Droht Deutschland ein Frühling ohne Gezwitscher?

Die Saarbrücker Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom 16.04.2015 (Seite A3 Droht Deutschland ein Frühling ohne Gezwitscher?): „Von einem „Rückgang der Artenvielfalt“ spricht die Regierung in dem unserer Zeitung vorliegenden Papier. Insbesondere auf dem Land. Denn dort, wo Vögel brüten, auf Äckern, Wiesen und Weiden, zerstört die intensive Landwirtschaft mit ihren großen Gerätschaften und dem Einsatz von Dünge-mitteln die Brut- und Lebensräume. Der Bestand werde im Agrarland weiter sinken, warnt die Regierung. Wenn auch regional unterschiedlich“. Hierzu erklärt der umweltpo-litische Sprecher der Saar-Grünen, Klaus Borger:

„Was nun von der Bundesregierung dargestellt wird, ist aber nicht Neues, denn diese dramatische Entwicklung zeichnete sich schon seit vielen Jahren ab. Ab dem Jahr 2000 hat zum Beispiel der Landkreis Merzig-Wadern gemeinsam mit Landnutzern und Natur-schützern ein Programm aufgelegt, um wieder Strukturelemente, die u.a. für unsere Vogelarten wichtig sind, einzubringen (siehe Anlage: Artikel der Saarbrücker Zeitung aus dem Jahr 2000). Schaut man sich heute diese Anpflanzungen an (Bilder in der Anlage) wird deutlich, dass diese Initiative sehr erfolgreich war. Leider konnte das begonnene Gesamtprojekt durch die damalige Verwaltungsstrukturreform von 2009 nicht weiterge-führt werden, da die lokalen Umweltämter auf Ebene der Landkreise aufgelöst wurden.

Sicherlich bedarf es einer konsequenten Eindämmung des Pestizid- und Düngemittelein-satzes in unserer Landschaft. Flankierend dazu müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass es in intensiv landwirtschaftlich genutzten Bereichen wieder mehr Lebens-räume für unsere Insektenlebewelt und in der Folge für unsere Vogelarten geschaffen werden. Ob die intensive Landwirtschaft, die zum Artenschwund und anderen Belast-ungen der Umwelt beiträgt (u.a. Belastung der Gewässer) als sogenannte „Ordnungsgemäße Landnutzung“ weiterhin privilegiert ist und nicht doch den Eingriffstatbestand nach Naturschutzgesetzgebung erfüllt, muss an anderer Stelle bewertet werden.

„Eine deutliche Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft und gezielte Programme zur Förderung der Artenvielfalt sind unbedingt notwendig, damit das Zwitschern im Frühling nicht bald ganz der Vergangenheit angehört“.

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