ÖPNV-Umfrage: Saarland braucht den Neuanfang beim öffentlichen Personennahverkehr

Tressel: Verkehrsministerin Rehlinger muss Mobilitätsverbund auf den Weg bringen

Als Reaktion auf das vernichtende Ergebnis der Bus- und Bahn-Umfrage fordern die Saar-Grünen einen Neuanfang beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Saarland. Die Landesregierung müsse endlich die strukturellen Probleme lösen und einen echten Mobilitätsverbund für das Saarland auf den Weg bringen. Benötigt werde zugleich ein umfangreiches Maßnahmenbündel, um Busse und Bahnen attraktiver zu machen. Neben der Einführung eines echten Saarland-Taktes müssten insbesondere die rund 140 SaarVV-Waben auf fünf reduziert und parallel ein Luftlinientarif eingeführt werden. Zum Jahreswechsel dürfe es nicht wieder zur Erhöhung der Fahrpreise kommen. Grünen-Landeschef Tressel betonte, das vernichtende Ergebnis der Studie verwundere niemanden. Während andere Bundesländer ihren ÖPNV entschieden nach vorne gebracht hätten, vernachlässige die Saar-GroKo diesen seit Jahren massiv und lege den Fokus ihrer Verkehrspolitik lieber auf den motorisierten Indivudalverkehr.

„Das vernichtende Umfrageergebnis zur Situation des öffentlichen Personennahverkehrs im Saarland überrascht nicht. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern und entgegen der verkehrspolitischen Notwendigkeit venachlässigt die Große Koalition im Saarland den ÖPNV seit Jahren massiv. Strukturelle Probleme werden nicht angegangen, das unzureichend vertaktete Verkehrsangebot stagniert weitestgehend auf einem niedrigen Level und das Tarifsystem ist ungerecht und überteuert“, sagt Markus Tressel MdB, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar. Auch die Rahmenbedingungen ermutigten keinen, Bus und Bahn zu nutzen. „Viele Bahnhöfe und Haltestellen sind immer noch nicht barrierefrei, die Chancen der Digitalisierung bei der Fahrgastinformation und dem Fahrkartenangebot werden nicht ergriffen und gerade in der nun beginnenden dunklen Jahreszeit sind viele Bahnhöfe in den Abendstunden für viele Menschen wahre Angsträume.“

Der Grünen-Politiker fordert einen Neuanfang beim öffentlichen Personennahverkehr im Saarland. Tressel: „Verkehrsministerin Rehlinger muss endlich handeln, bevor sprichwörtlich alle Züge abgefahren sind. Immer wieder wird ein grundlegender Neuanfang verschleppt. Rehlinger doktert seit Jahren herum, lässt regelmäßig die Preise erhöhen, aber umfassende Verbesserungen bleiben aus.“ Das Land müsse nun zügig die strukturellen Probleme lösen. „Wir brauchen einen leistungsfähigen ÖPNV aus einem Guss. Dies geht nur mit einer Reform, die organistorisch, finanziell und rechtlich zu einem echten Mobilitätsverbund im Saarland führt. In anderen Bundesländern ist dies seit langer Zeit selbstverständlich und erfolgreich.“

Um die Attraktivität zu steigern, brauche es ein umfassendes Maßnahmenbündel. Tressel: „Wir benötigen endlich einen Saarland-Takt mit möglichst enger Taktfolge und guten Anschlüssen. Grenzüberschreitende Verbindungen und auch der ländliche Raum dürfen nicht weiter so stiefmütterlich behandelt werden. Die rund 140 SaarVV-Waben müssen wie im Großraum Stuttgart auf fünf reduziert und parallel nach dem Vorbild des benachbarten Verkehrsverbundes Rhein-Neckar auch ein Luftlinientarif für mehr Preisgerechtigkeit eingeführt werden.“ Bessere Übergangstarife für die vielen Ein- und Auspendler seien genauso nötig wie perspektivisch kostenlose Busse und Bahnen für Jugendliche und Studierende wie in Luxemburg.

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