Niedtalbahn: Saarland braucht Schienen-Elektrifizierungskonzept

Tressel: Bundesmittel dürfen nicht weiter am Saarland vorbeifließen

Vor dem Hintergrund der fehlenden Elektrifizierung der Niedtalbahn, die eine Luxemburg-Verbindung deutlich erschwert, drängen die Saar-Grünen auf eine rasche Elektrifizierung aller Eisenbahnstrecken im Saarland. Notwendig sei ein fundiertes Schienen-Elektrifizierungskonzept nach dem Vorbild Baden-Württembergs und Bayerns, damit zukünftige Elektrifizierungs-Bundesmittel nicht weiter am Saarland vorbeiflössen. Ein Landessonderprogramm Bahnstreckenelektrifizierung könne als Finanzierungsgrundlage dienen. Grünen-Landeschef Tressel betont, nun räche sich die jahrelange Plan- und Konzeptlosigkeit der Landesregierung in der Elektrifizierungs-Politik. Auch weit über 100 Jahre nach ihrem Bau, seien Niedtal-, Illtal- und Würzbachtalbahn immer noch nicht elektrifiziert. Eine Elektrifizierung mache ökologisch wie ökonomisch Sinn und trage dazu bei, die Bahnstrecken zukunftsfest zu machen.

„Die Niedtalbahn macht deutlich, dass an einer Elektrifizierung kein Weg vorbei führt. Elektrifizierte Bahnstrecken machen nämlich nicht nur ökologisch Sinn, indem sie für mehr Klimaschutz und bessere Luft sorgen, sondern insbesondere auch ökonomisch: Der Verkehr wird billiger, reibungsloser und durchgängiger, die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene erhöht sich. Das Saarland spart dadurch als Aufgabenträger langfristig viel Geld, liegen doch die Betriebskosten für Dieselfahrzeuge um etwa 50 Prozent höher“, sagt Markus Tressel MdB, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Dennoch sei man auch weit über 100 Jahre nach dem Bau der Bahnstrecken immer noch Längen von einer durchgehenden Elektrifizierung entfernt. Tressel: „Nicht nur die Niedtalbahn ist nicht elektrifiziert, sondern auch Würzbachtal- und Illtalbahn. Hinzu kommt die Nahetalbahn in Rheinland-Pfalz mit Auswirkungen auf das Saarland.“ Von einer wirklichen Elektrifizierungs-Politik im Saarland könne keine Rede sein. „Das Trauerspiel um die Illtalbahn spricht Bände. Obwohl die Bundesregierung zur Mitfinanzierung bereit war, der Landesregierung sogar Vorschläge unterbreitet hat, hat Verkehrsministerin Rehlinger das Projekt – trotz Landes-Millioneninvestitionen in die Voruntersuchung des Vorhabens – eingestampft.“

Der Grünen-Politiker fordert eine klare Strategie in der saarländischen Elektrifizierungs-Politik, um die Bahnstrecken zukunftsfest zu machen. Tressel: „Wir brauchen aus ökonomischen und ökologischen Gründen die rasche Elektrifizierung aller Bahnstrecken im Saarland. Notwendig ist dafür ein fundiertes Schienen-Elektrifizierungskonzept nach dem Vorbild Baden-Württembergs und Bayerns. Das Land muss darauf vorbereitet sein, um von zukünftigen Elektrifizierungsmitteln des Bundes auch profitieren zu können, damit diese nicht weiter am Saarland vorbeifließen. Zugleich braucht es ein Landessonderprogramm Bahnstrecken-Elektrifizierung als Finanzierungsgrundlage.“

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