Hanko Zachow: Alternative Fernverkehrsverbindungen und Umleitungen müssen jetzt mitgedacht werden
Die Verschiebung der geplanten Generalsanierung der Strecke Forbach–Mannheim bietet aus Sicht der Saar-Grünen die Chance, die zahlreichen Kritikpunkte an den bisherigen Planungen aufzugreifen und tragfähige Lösungen für die Fahrgäste im Saarland zu entwickeln. „Die zusätzliche Zeit darf nicht einfach verstreichen. Sie muss genutzt werden, um offene Fragen zu klären und die Auswirkungen auf den gesamten Schienenverkehr im Saarland und der Großregion von Anfang an mitzudenken“, fordert Hanko Zachow, Generalsekretär der Saar-Grünen.
Zachow fordert, die gewonnene Zeit für den Aufbau einer alternativen Fernverkehrsverbindung vom Saarland über St. Wendel und Bad Kreuznach in den Ballungsraum Frankfurt und gegebenenfalls darüber hinaus zu nutzen. Die bis 2031 zur Verfügung stehenden ICE-L-Züge mit Zweikraftlok kämen hierfür in Betracht. Eine solche Verbindung könnte dazu beitragen, die Erreichbarkeit des Saarlandes während der Bauarbeiten zu sichern und zugleich eine zusätzliche Perspektive für den Fernverkehr zu eröffnen.
„Wenn parallel dazu ein Umleitungsverkehr in Richtung Karlsruhe organisiert wird, könnten zwei alternative Fernverkehrsachsen dazu beitragen, dass das Saarland während der späteren Generalsanierung nicht vom Fernverkehr abgeschnitten wird“, erklärt Zachow. Voraussetzung dafür seien frühzeitige Abstimmungen mit der Deutschen Bahn, den zuständigen Aufgabenträgern und den beteiligten Verkehrsunternehmen.
Ein zentraler Punkt sei dabei auch die Einführung des europäischen Zugleitsystems ETCS. Bei einer Generalsanierung müsse sichergestellt sein, dass die entsprechende Ausrüstung verbindlich eingeplant werde. Zugleich müsse geklärt werden, welche Auswirkungen die Umstellung auf die verschiedenen Nebenbahnen und die dort eingesetzten Nahverkehrsfahrzeuge habe. „Es wäre fatal, wenn eine umfassende Sanierung zwar die Hauptstrecke modernisiert, anschließend aber Probleme im Zusammenspiel mit den Nebenstrecken oder bei den eingesetzten Fahrzeugen entstehen. Wir brauchen eine Planung, die das gesamte Netz im Blick hat“, so Zachow.
„Die Verschiebung ist dann eine Chance, wenn sie zu besseren Lösungen führt. Wir brauchen ein schlüssiges Gesamtkonzept, das die Auswirkungen auf den Nahverkehr begrenzt und den Menschen im Saarland auch während der Bauphase verlässliche Fernverkehrsverbindungen bietet“, betont Zachow.