Landesentwicklungsplan 2030 bleibt ohne klare Antwort auf Klimakrise und Strukturwandel

Im Rahmen einer Pressekonferenz haben BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Saarland deutliche Kritik am zweiten Entwurf des Landesentwicklungsplans (LEP) 2030 geübt.

Bereits 2019 hatten die Saar-Grünen eine Fortschreibung des LEP gefordert. Nach einem ersten Entwurf aus dem Jahr 2023 liegt seit November 2025 nun eine überarbeitete Fassung vor. „Erwartet wurde eine zukunftsorientierte Landesplanung mit einer klaren strategischen Ausrichtung auf die Klimakrise, den Strukturwandel und die demografischen Herausforderungen“, erklärte der Landesvorsitzende Volker Morbe.

Doch aus Sicht der Grünen im Saarland werde dieser Anspruch nicht erfüllt. Morbe betonte auf der Pressekonferenz: „Der vorliegende Entwurf des Landesentwicklungsplans 2030 bleibt weit hinter seinen Ansprüchen zurück. Es fehlt weiterhin eine integrierte Gesamtstrategie. Wir erkennen keine wirksame Verzahnung von Klimafolgenanpassung, Wasserwirtschaft, Hochwasserschutz, Abwasserplanung und Raumplanung. Der strategische Rahmen für echten Wandel fehlt.“

Nach Einschätzung des Landesvorsitzenden werde der Klimaschutz nicht konsequent priorisiert: „Infrastrukturprojekte dominieren, während der Klima- und Naturschutz nicht ausreichend abgesichert sind. Das Moor ‚Königsbruch‘ bleibt trotz seiner enormen Klimarelevanz im Entwurf unberücksichtigt.“

Auch beim Flächenverbrauch sehen die Saar-Grünen erheblichen Nachbesserungsbedarf. „Die überdimensionierte Flächenkulisse für neue Gewerbeansiedlungen und die Vielzahl geplanter Straßenbauprojekte stehen im Widerspruch zu den formulierten Nachhaltigkeitszielen. Außerdem fehlen eine klare Vision für die Stärkung der Schiene sowie verbindliche Regelungen zur kommunalen Wärmeplanung“, so Morbe.