Beim Politischen Aschermittwoch der Saar-Grünen machten die Landesvorsitzenden Jeanne Dillschneider und Volker Morbe deutlich, dass die Saar-Grünen 2027 wieder in den Landtag einziehen wollen und bis dahin keinen Zweifel an ihrer Oppositionsrolle lassen.
Volker Morbe kritisierte vor allem die SPD-Alleinregierung im Saarland. Beim Radwegeausbau oder der Reaktivierung von Bahnstrecken fehle es an Tempo und Konsequenz. Besonders der neue Landesentwicklungsplan mit mehr Straßenbau und neuer Flächenversiegelung trotz vollmundiger Klimaversprechen zeige den Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit: „Das ist kein Zukunftsplan. Das ist Politik mit Rückspiegel“, bringt es der Landesvorsitzende auf den Punkt.
Auch wirtschaftspolitisch dürfe das Saarland nicht weiter hinterherlaufen. „Die Arbeitsplätze von morgen lassen sich nicht mit den Technologien von gestern schaffen“, so Morbe. Es brauche endlich eine klare Strategie für eine klimaneutrale Industrie, die Wasserstoffgewinnung und moderne Mobilität.
Jeanne Dillschneider nahm als Bundestagsabgeordnete die Bundespolitik und insbesondere den Bundeskanzler ins Visier. Zwischen großen Ankündigungen und tatsächlicher Umsetzung klaffe eine deutliche Lücke: „Friedrich Merz wird sicherlich festgestellt haben, dass Regieren gar nicht so entspannt ist, wie er dachte.“ Reformen dürften nicht im Ankündigungsmodus stecken bleiben, sondern müssten spürbare Verbesserungen für die Menschen bringen.
Neben der politischen Abrechnung betonten beide Vorsitzenden den positiven Anspruch ihrer Partei. Die Saar-Grünen wachsen, neue Mitglieder engagieren sich, und ein Leitbildprozess soll die inhaltliche Grundlage für die kommenden Jahre legen. Politik entstehe im Austausch mit den Menschen, nicht im „stillen Kämmerlein“.