Die Saar-Grünen fordern angesichts der geplanten zusätzlichen Wasserversorgung des Bostalsees aus der Talsperre Nonnweiler eine umfassende Prüfung der ökologischen Folgen. Das Wirtschaftsministerium will rund 2,9 Millionen Euro investieren, um den Wasserstand des Bostalsees auch während längerer Trockenperioden stabil zu halten.
„Der Bostalsee ist ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt für das Saarland. Natürlich wollen wir, dass er auch künftig ein attraktives Ausflugsziel bleibt. Aber Wasser ist eine begrenzte Ressource, die durch den Klimawandel zunehmend unter Druck gerät. Deshalb müssen wir genau prüfen, welche Folgen die zusätzliche Wasserentnahme für unsere Trinkwasserversorgung und die natürlichen Gewässer hat“, erklärt der Landesvorsitzende der Saar-Grünen, Volker Morbe.
Die Grünen warnen davor, dass Tourismus, Industrie und Trinkwasserversorgung künftig verstärkt um dieselben Wasserressourcen konkurrieren könnten. Besonders die bereits belasteten Grundwasservorkommen im Bliestal und die Gewässerökologie müssten berücksichtigt werden.
„Die Landesregierung muss offenlegen, welche Wassermengen künftig in den Bostalsee geleitet werden sollen und ob dafür auch Wasser genutzt wird, das für die Trinkwasserversorgung geeignet wäre. Ebenso muss geklärt werden, welche Auswirkungen dies auf die langfristige Wasserversorgung hat und wie mit vergleichbaren Problemen am Losheimer Stausee umgegangen werden soll“, so Morbe.
„Wir dürfen die Folgen des Klimawandels nicht mit isolierten Einzelmaßnahmen bekämpfen. Wir brauchen eine langfristige Strategie, die unsere Wasserversorgung sichert, unsere Gewässer schützt und gleichzeitig eine nachhaltige touristische Entwicklung ermöglicht“, betont Morbe abschließend.