Krankenhäuser: Grüne fordern Priorität für die Bekämpfung des Personalnotstandes

Tressel: Personalbedarf an tatsächlichem Pflegebedarf orientieren

Anlässlich der aktuellen Debatte um die Krankenhausfinanzierung hat der Generalsekretär der saarländischen Grünen, Markus Tressel, verbindliche Instrumente zur Personalbemessung in den Krankenhäusern gefordert. Derzeit gebe es aufgrund der Fehlkonstruktion der Krankenhausfinanzierung in Deutschland eine riesige Personallücke, die die Qualität der Pflege massiv gefährde. Bund und Land müssten durch ein bedarfsgerechteres System der Krankenhausfinanzierung dafür Sorge tragen, dass diese Lücke geschlossen werde.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete hatte vor einigen Wochen eine Schicht im Sulzbacher Knappschaftskrankenhaus mitgemacht und einen Einblick in den Pflegealltag gewonnen. Tressel: „Pflegekräfte in den deutschen Krankenhäusern gehen nicht mehr nur an ihre Grenzen, sondern ständig darüber hinaus. Man muss klar sagen: Die chronische personelle Unterbesetzung gefährdet die Qualität der Versorgung. Deshalb muss die Bekämpfung des Personalnotstandes zur Priorität erklärt werden. Wir brauchen mehr Personal und eine verlässliche Finanzierungsgrundlage dafür. “

Tressel unterstützt damit auch die Forderung der saarländischen Krankenhäuser. Das mit der Krankenhausreform geplante Pflegestellen-Förderprogramm tauge nicht als dauerhafte Lösung, weil es viel zu gering ausgestattet sei. Tressel: „Wir fordern deshalb die rasche Entwicklung von verbindlichen Instrumenten zur Personalbemessung. Der Personalbedarf muss aus dem tatsächlichen Pflegebedarf der Patienten abgeleitet und zweckgebunden finanziert werden, damit das Geld auch wirklich in der Pflege ankommt.“

Die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte seien vielerorts inakzeptabel, auch in Pflegeeinrichtungen und -diensten. Kliniken und Pflegeeinrichtungen müssten dabei unterstützt werden, Arbeitszeiten und -bedingungen familienfreundlicher und flexibler zu organisieren und das betriebliche Gesundheitsmanagement zu stärken, damit sich wieder mehr Menschen für eine Pflegeausbildung entscheiden.“

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