LAG Bildung besucht die Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen

Mit dem neu eingerichteten Format der LAG Bildung „LAG on tour“ möchten die Grünen sich einen Einblick in den Schulalltag verschaffen, um aus dieser Perspektive schulische Realität zu erfassen, Probleme zu erkennen und bildungspolitische Handlungsnotwendigkeiten zu identifizieren.

Den Anfang machte ein Besuch der Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen, einem sehr großen System mit ca 1000 Schüler*innen und 90 Kolleg*innen verschiedener Professionen.

Empfangen wurde die fünfköpfige Abordnung der LAG im Lernzentrum, einem großzügig eingerichteten Raum, in den Lehrer*innen aller Klassen eine Gruppe von Schüler*innen entsenden können, die sich dort unter Aufsicht selbständig mit anregenden Materialien Themen verschiedener Fächer erarbeiten, oder daran üben können. Dazu stehen Montessori-Materialien, Lexika und Fachbücher, sowie Versuchsanleitungen für Experimente in gut sortierten und aufgeräumten Regalen zur Verfügung.

Dem Schulkonzept entsprechend, das Schüler*innenmitbestimmung und Demokratiebildung einen hohen Stellenwert einräumt, waren neben dem Schulleiter auch zwei Schüler*innen der Schüler*innensteuerungsgruppe anwesend. Sie berichteten davon, wie über Klassenrat, Teilhabe der Schüler*innenvertretung an schulischen Konferenzen und Formen selbständigen Lernens Verantwortung für sich selbst, die Mitmenschen und die Umwelt entwickelt werden.

Im Juni 2020 wurde die GGS Neunkirchen als eine von sechs Schulen im Saarland vom Bildungsministerium als „Schule der Nachhaltigkeit“ zertifiziert. Darüber hinaus hat die Schule in diesem Bereich im Jahr 2022 auch noch eine bundesweite Auszeichnung erfahren.

„Unsere Schule verfügt über einen Schulwald, der vor allem von den Klassenstufen 5 und 6 als Outdoor-Klassenzimmer genutzt wird, außerdem haben wir auch einen Schulgarten angelegt, in dem Gemüse und Kräuter angebaut werden.“, erklärte Schulleiter Clemens Wilhelm.

Die Schule ist mehrfach ausgezeichnet, als Fairtrade Schule, aber auch im sportlichen Bereich.

„Man spürt die Begeisterung und das Engagement für die Aufgabe, die Schule zu einem Lernort für alle Schüler*innen zu gestalten“, so LAG-Sprecherin Barbara Klein-Braun.

Der Schulleiter bestätigte, dass das Schulkonzept von allen im Kollegium mitgetragen würde.

Die Schule sei sehr gut nachgefragt, weitaus stärker, als Plätze zur Verfügung stünden. Es sei eine Schule für alle, sowohl für Hochbegabte, die ebenso gefördert würden wie diejenigen mit besonderem pädagogischen Förderbedarf oder diejenigen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf.

Die Abschlussfrage an diesem Tag lautete: „Was wünscht sich der Schulleiter?“ Die Antwort kam prompt:  Als erstes mehr Personal, nicht nur Lehrer*innen, sondern auch weiteres pädagogisches Personal, verstärkt Geld statt Stunden, d.h. eine größere Freiheit, passendes Personal auch mal vorübergehend zu verpflichten. Und eine Angleichung an die Gymnasien, was die Personalisierung, die Funktionsstellenstruktur und die öffentliche Wertschätzung angeht.

„Für uns Grüne war es ein lehrreicher Besuch, einer, der zum Nachdenken anregt. Vor allem auf dem Hintergrund der Diskussion um die Einführung von G 9. Das darf keinesfalls auf Kosten anderer Schulformen geschehen und dafür werden wir uns einsetzen“, hielt LAG-Sprecher Volker Morbe abschließend fest.

 

 

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