Saar-Grüne: SPD verspielt beim Thema Wasserstoff die Zukunft des Landes

Das erneute Scheitern zentraler Wasserstoffprojekte in Perl, Saarlouis und Völklingen ist aus Sicht der Saar-Grünen ein deutliches Warnsignal und eine schlechte Nachricht für die saarländische Wirtschaft. Während in Lothringen neue Wasserstofffabriken entstehen, verliert das Saarland bei einer zentralen Zukunftstechnologie zunehmend an Boden. Für einen Industriestandort, der vor einer tiefgreifenden Transformation steht, ist das ein gravierender Standortnachteil. [1]

„Die SPD hat ihre Wirtschaftspolitik stark auf die Industrie ausgerichtet, ist jetzt aber nicht in der Lage, die dafür notwendige Infrastruktur bereitzustellen“, erklärt Anne Lahoda, stellvertretende Landesvorsitzende der Saar-Grünen. „Ohne eine leistungsfähige Wasserstoffversorgung ist diese Strategie zum Scheitern verurteilt. Statt die Verantwortung auf Bund und EU zu schieben, muss Wirtschaftsminister Barke jetzt selbst liefern.“

Lahoda verweist dabei auf die zentralen strukturellen Ursachen für das Scheitern der Projekte: „Der für die Wasserstoffproduktion eingesetzte Strom muss aus regionalen erneuerbaren Energien stammen. Genau daran scheitert es im Saarland seit Jahren. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie kommt viel zu schleppend voran. Mit rund 1.168 Megawatt Photovoltaik und etwa 564,6 Megawatt Windkraft Ende 2025 reicht die installierte Leistung bei Weitem nicht aus, um eine relevante Wasserstoffproduktion wirtschaftlich zu ermöglichen.“ [2]

Vor diesem Hintergrund fordern die Saar-Grünen von der Landesregierung zumindest Verlässlichkeit beim Ausbau der Netzinfrastruktur. „Wenn schon keine eigene Wasserstoffproduktion zustande kommt, muss wenigstens der angekündigte Netzausbau auf stabilen und verlässlichen Füßen stehen und konsequent umgesetzt werden“, so Lahoda.

„Das Saarland wäre gut beraten, seine Wirtschafts- und Standortförderung breiter aufzustellen und stärker auf einen resilienten Mittelstand als Leistungskern zu setzen“, erklärt Lahoda abschließend.

[1] https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/warum-das-saarland-beim-wasserstoff-leer-ausgeht-und-lothringen-profitiert_aid-142283653

[2] https://energy-charts.info/charts/installed_power/chart.htm?c=DE&expansion=p_inst_states&l=en&year=2025&utm=