Saarland Schlusslicht: Saar-Grüne fordern Kurswechsel mit Sofortprogramm für Klimaschutz, Digitalisierung und Fachkräfte

Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Talfahrt fordern Bündnis 90/Die Grünen Saarland einen radikalen Kurswechsel in der saarländischen Wirtschaftspolitik. Mit einem viergliedrigen Sofortprogramm für klimaneutrale Investitionen, Digitalisierung und Fachkräftegewinnung wollen die Saar-Grünen die Konjunktur kurzfristig stabilisieren und das Saarland langfristig aus der strukturellen Krise führen.

Hintergrund sind die Konjunkturdaten des ifo-Instituts. Diese bestätigen erneut die dramatische Entwicklung. Im dritten Quartal 2025 ist die Wirtschaftsleistung des Saarlandes um 0,6 Prozent zurückgegangen. Damit belegt das Land erneut den letzten Platz im bundesweiten Vergleich. [1] Während andere Regionen den Strukturwandel aktiv gestalten, verharrt das Saarland in einer gefährlichen Abhängigkeit von der Stahl- und Automobilindustrie, verschärft durch externe Schocks wie die aktuelle US-Zollpolitik.

„Das Positionspapier der Saar-CDU [2] beschreibt zwar die Symptome, doch ihre Schlussfolgerungen sind in weiten Teilen rückwärtsgewandt oder völlig unkonkret“, kritisiert Anne Lahoda, wirtschaftspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen Saarland. „Die SPD verwaltet den Sinkflug, statt den dringend notwendigen Aufbruch einzuleiten, und die CDU schaut als Opposition ohne vielversprechende Ideen zu. Wer jetzt nicht handelt, zementiert das Saarland als Dauer-Schlusslicht.“

Lahoda schlägt stattdessen ein viergliedriges Sofortprogramm vor, das kurzfristige Konjunkturimpulse mit langfristiger Transformation verbindet:

  1. Klimaneutrale Konjunkturhilfe für Handwerk und Mittelstand: Ein landesweites Förderprogramm für energetische Sanierungen (Dämmung, Wärmepumpen, Solaranlagen) für Eigenheime und Gewerbeimmobilien, kombiniert mit einer „Saarland-Prämie“ für Handwerksbetriebe, die sich auf klimaneutrale Technologien spezialisieren. „Das schafft sofort Arbeitsplätze, senkt Energiekosten und beschleunigt die Wärmewende“, so Lahoda.
  2. Digitaler Turbo für KMU: Ein „DigitalPakt Saar“ mit gezielten Zuschüssen für Industrie 4.0, KI-Anwendungen und Automatisierung, flankiert vom schnellen und flächendeckenden Glasfaserausbau.
  3. Fachkräfteoffensive: Gezielte Förderung der Frauenerwerbsquote (Teilzeitaus- und Weiterbildung, verlässliche Betreuungsangebote), Beschleunigung der Fachkräftezuwanderung (Anerkennungsverfahren in unter drei Monaten, beschleunigte Verfahren für Aufenthaltstitel).
  4. Innovationsinitiative: „Green Business Parks“ mit klimaneutraler Infrastruktur und gezielter Ansiedlung von Zukunftsbranchen zur Clusterbildung.

Lahoda warnt: „Die aktuelle Politik setzt auf das Gießkannenprinzip und Symbolpolitik. Doch halbe Maßnahmen führen zu halben Ergebnissen.“ Das Saarland brauche stattdessen eine „Allianz für den Aufbruch“, die die Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen verbindet und klare Ziele setzt: Klimaneutralität, eine digitale Spitzenstellung und eine Erwerbsquote von Frauen über 80 Prozent. „Unser Sofortprogramm ist ein realistischer Fahrplan, der eine ökologische und wirtschaftliche Modernisierung mit sozialer Gerechtigkeit verbindet. Alles andere wäre Verantwortungslosigkeit gegenüber den Menschen im Saarland.“

[1] https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/wirtschaftsleistung_saarland_nimmt_erneut_ab_100.html

[2] https://cdu-fraktion-saar.de/wp-content/uploads/2026/01/Positionspapier-Stephan-Toscani.pdf