Zur aktuellen Diskussion über den öffentlichen Nahverkehr im Saarland [1] erklärt der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Saar, Volker Morbe: „Damit der öffentliche Nahverkehr im Saarland endlich attraktiver wird, sind jetzt klare politische Entscheidungen notwendig. Wir fordern erstens, dass Buslinien konsequent an die Bahnlinien angebunden werden und Fahrpläne so abgestimmt sind, dass Umstiege zuverlässig funktionieren. Zweitens braucht das Saarland eine zentrale Organisation des ÖPNV auf Landesebene und eine gute Abstimmung der verschiedenen Aufgabenträger in den Landkreisen. Notwendig ist ein stärker abgestimmtes Gesamtsystem – ein ÖPNV aus einem Guss.
Die SPD-geführte Landesregierung verspricht seit Jahren, den ÖPNV im Saarland zu einer echten Alternative zum Auto zu machen. Gleichzeitig zeigen aktuelle Aussagen der Aufgabenträger, dass es bis 2030, besonders im ländlichen Raum, kaum konkrete Pläne für neue Buslinien oder bessere Takte gibt. Das passt nicht zusammen.
Gerade im ländlichen Raum braucht es zudem mehr flexible Mobilitätsangebote. Rufbusse und On-Demand-Verkehre können Versorgungslücken schließen und müssen deutlich stärker ausgebaut werden. Gerade deshalb ist es unverständlich, dass angekündigte Projekte, etwa rund um Lebach, wegen fehlender Mittel weiterhin nicht umgesetzt werden. Wer die Verkehrswende ernst meint, darf gerade bei innovativen ÖPNV-Angeboten im ländlichen Raum nicht sparen.
Klar ist auch, dass die Kommunen den Ausbau des Nahverkehrs nicht allein stemmen können. Wenn die Landesregierung ihre eigenen Ziele ernst meint, muss sie Städte und Landkreise finanziell stärker unterstützen. Mobilität entscheidet darüber, ob Menschen zur Arbeit, zur Ausbildung oder zum Arzt kommen. Ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr ist deshalb keine Luxusleistung, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge.“