Mit scharfer Kritik reagieren Bündnis 90/Die Grünen im Saarland auf die geplante Reduzierung von Buslinien für Schüler:innen ab dem Schuljahr 2027/2028 im Landkreis St. Wendel. Sie fordern die Landesregierung auf, umgehend eine Lösung zu finden, ohne die mindestens 130 betroffenen Schüler:innen im Regen stehen zu lassen.
„Es ist nicht hinnehmbar, dass dieser Konflikt auf dem Rücken von Kindern und Eltern ausgetragen wird. Der Zugang zu Bildung darf nicht davon abhängen, ob sich zwei Bundesländer über Kosten streiten“, macht Volker Morbe, Landesvorsitzender der Grünen im Saarland, deutlich.
Vor diesem Hintergrund drängen die Saar-Grünen auf eine schnelle politische Lösung auf Landesebene: „Die Reduzierung von Busverbindungen ist der falsche Weg. Sie verschlechtert konkret den Alltag von Familien. Stattdessen brauchen wir endlich eine klare Vereinbarung zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz zur Kostenübernahme“, so Morbe weiter.
Dabei gehe es sowohl für den Schülerverkehr als auch für die Schulträger um eine faire Beteiligung an den Kosten: „Gerade vor dem Hintergrund der angespannten Kreisfinanzen dürfen die Kreise mit diesen Aufgaben nicht allein gelassen werden. Hier sind die Landesregierungen in der Pflicht, eine dauerhafte und gerechte Lösung zu schaffen“, betont der Landesvorsitzende.
Zugleich machen die Saar-Grünen deutlich, dass es über den aktuellen Konflikt hinaus strukturelle Verbesserungen braucht, und setzen sich generell für mehr Kooperation und übergreifende Busverkehre zwischen Verbünden und Aufgabenträgern ein.
Hintergrund: Der Kreistag im Landkreis St. Wendel hat am Montag beschlossen, Buslinien für Schüler:innen aus Rheinland-Pfalz zu reduzieren. Rheinland-Pfalz beteiligt sich bislang weder an den Kosten des Schülerverkehrs noch an den Kosten für Schüler:innen, die weiterführende Schulen, wie insbesondere die Gemeinschaftsschulen in Türkismühle und Freisen, im Landkreis St. Wendel besuchen.