Dazu Jeanne Dillschneider, MdB und Landesvorsitzende der Grünen im Saarland: „Die Reaktionen auf das Urteil im Fall Simon Bohr zeigen, wie tief die Tat viele Menschen erschüttert hat. Dieses Mitgefühl ist nachvollziehbar. Was wir jedoch mit aller Deutlichkeit verurteilen, ist die teils enthemmte mediale Hetzkampagne gegen die zuständige Richterin.
Persönliche Angriffe, Beleidigungen und sogar Drohungen überschreiten jede Grenze des demokratischen Diskurses und stellen einen Angriff auf die Unabhängigkeit der Justiz dar. Wer so handelt, gefährdet das Fundament unseres Rechtsstaats.
Gerade jetzt erwarten wir auch von der politischen Spitze des Saarlandes eine klare Haltung. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger muss sich persönlich zu den Vorfällen äußern und sich entschiedener vor die betroffene Richterin stellen.
Gerichtsurteile dürfen und müssen kritisch diskutiert werden. Aber diese Debatte muss auf der Ebene einer rationalen, sachlichen Auseinandersetzung geführt werden und nicht in Form von Hass, Hetze oder Gewaltfantasien. Gerade politische Verantwortungsträger:innen sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen.“