Saar-Grüne: Investitionen setzen ein starkes Signal – doch ohne Krankenhausplan drohen neue Strukturprobleme

Die Saar-Grünen begrüßen die von den Knappschaft Kliniken angekündigten Investitionen von rund 100 Millionen Euro in den Standort Sulzbach ausdrücklich. „Es ist ein starkes Signal, wenn ein Träger Verantwortung übernimmt und sich klar zu einem Standort bekennt“, erklärt Anne Lahoda, stellvertretende Landesvorsitzende der Saar-Grünen. [1]

Gleichzeitig kritisieren die Saar-Grünen das anhaltende Zögern von Gesundheitsminister Magnus Jung bei der Vorlage des neuen Krankenhausplans. „Während die Träger investieren, bleibt das Land die notwendigen Leitplanken schuldig. Minister Jung muss endlich liefern und für Planungssicherheit für die Träger und für die Menschen im Saarland sorgen“, so Lahoda.

Nach Ansicht der Grünen im Saarland führt das fehlende Tempo des Ministeriums dazu, dass bereits heute, ohne erkennbare landesweite Abstimmung, Entscheidungen getroffen werden, die die Krankenhauslandschaft der kommenden Jahre prägen: „Wenn in Sulzbach ein neues kardio- und neurovaskuläres Zentrum entstehen soll, muss klar sein, wie dieses Vorhaben mit den bestehenden spezialisierten Strukturen im Saarland zusammenpasst. Ohne transparente Planung drohen Doppelstrukturen an einem Ort und Versorgungslücken an anderer Stelle“, erläutert die stellvertretende Landesvorsitzende.

Die Saar-Grünen kritisieren zudem, dass das Land bereits erhebliche Mittel in Gutachten und Expertisen investiert hat, deren Ergebnisse bislang folgenlos bleiben: „Teure Gutachten dürfen nicht in der Schublade verstauben. Wer Analysen beauftragt, muss daraus auch die richtigen Schritte ableiten. Wer heute zulässt, dass Fakten geschaffen werden, die eine leistungsfähige und effiziente Versorgung gefährden, der nimmt bewusst in Kauf, dass künftige Handlungsspielräume zulasten der Patient:innen verbaut werden“, betont Lahoda.

Die fehlende Steuerung gefährde nicht nur die Strukturentwicklung, sondern auch die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung: „Unkoordinierte Einzelentscheidungen engen die künftigen Handlungsspielräume ein. Wer zulässt, dass ohne Plan gehandelt wird, riskiert ineffiziente Parallelangebote, steigende Kosten und eine schlechtere Erreichbarkeit im Notfall. Die Menschen im Saarland haben ein Recht darauf, zu erfahren, nach welchen Kriterien entschieden wird, welche Leistungen künftig wo vorgehalten werden. Der Minister muss den Krankenhausplan jetzt vorlegen, bevor weitere irreversible Entscheidungen getroffen werden“, so Lahoda abschließend.

[1] https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/sulzbach-neues-zentrum-an-knappschaft-klinik-geplant_aid-148319801