Saar-Grüne zu PISA: SPD muss endlich Konsequenzen aus schlechten Bildungsergebnissen ziehen

Die heute veröffentlichten PISA-Ergebnisse zeigen einen neuen Tiefpunkt bei den Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern in Deutschland. Für die Saar-Grünen sind sie ein weiterer Weckruf. Sie fordern die SPD-Landesregierung auf, endlich eine effektive datenbasierte Bildungsplanung aufzubauen und Schulen gezielt dort zu unterstützen, wo der Förderbedarf am größten ist.


„Hinter diesen Zahlen stehen junge Menschen, die lernen, sich anstrengen und dabei nicht selten unter erheblichem Leistungsdruck und Stress stehen. Wenn trotzdem so viele Schülerinnen und Schüler die notwendigen Kompetenzen nicht erreichen, dürfen wir die Verantwortung nicht bei ihnen abladen. Wir müssen uns fragen, ob unser Bildungssystem ihnen die Unterstützung gibt, die sie brauchen“, erklärt Volker Morbe, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Saar.


PISA selbst liefert keine repräsentativen Ergebnisse für einzelne Bundesländer. Der jüngste IQB-Bildungstrend ermöglicht jedoch einen Ländervergleich und zeigt: Das Saarland liegt in Mathematik sowie in Biologie, Chemie und Physik unter dem Bundesdurchschnitt.


„Diese Entwicklung ist nicht vom Himmel gefallen. Seit Jahren zeigen Bildungsstudien erheblichen Handlungsbedarf. Trotzdem fehlt im Saarland eine konsequente datenbasierte Steuerung der Bildungspolitik. Statt einer langfristigen Gesamtstrategie erleben wir Einzelmaßnahmen, bei denen häufig unklar bleibt, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage sie beruhen und ob sie tatsächlich wirken. Das wird unseren Schülerinnen und Schülern nicht gerecht. Wir müssen genauer hinschauen: Wo entstehen Lernrückstände? Welche Förderung braucht ein Kind? Und welche Unterstützung braucht eine Schule, um diese Förderung leisten zu können?“, so Morbe.


Die Grünen fordern deshalb eine systematische und kontinuierliche Erfassung der Bildungsentwicklung im Saarland. Dabei gehe es nicht um immer mehr Tests und zusätzlichen Druck. Daten müssten genutzt werden, um Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen, die Wirksamkeit von Maßnahmen wissenschaftlich zu überprüfen und gezielt zu fördern. Sie müssen zugleich die Grundlage für eine bedarfsgerechte Personalplanung bilden: Wie viel und welches Personal eine Schule benötigt, darf sich nicht allein an Schülerzahlen orientieren, sondern muss auch die tatsächlichen pädagogischen und sozialen Herausforderungen vor Ort berücksichtigen. Entsprechend müssten Personal, Förderangebote und finanzielle Mittel gezielter verteilt werden.


Morbe abschließend: „Wir dürfen junge Menschen mit ihren schulischen Schwierigkeiten nicht alleinlassen. Wir müssen früher erkennen, wo Hilfe gebraucht wird, und gezielt handeln. Gute Bildungspolitik muss wissen, was wirkt. Die SPD-Alleinregierung muss aufhören, schlechte Ergebnisse mit immer neuen Einzelmaßnahmen zu verwalten. Unser Ziel muss sein, das Saarland endlich vom Bildungsabsteiger zum Bildungsaufsteigerland zu machen.“