Die Saar-Grünen sprechen sich klar für eine landesweite Bündelung der Planung, Bestellung und Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs aus, lehnen jedoch eine Zusammenlegung der Verkehrsbetriebe entschieden ab. „Im Saarland brauchen wir endlich eine starke, landesweite Koordination des ÖPNV, aber keinen zentralen Großbetrieb“, erklärt Hanko Zachow, Generalsekretär der Saar-Grünen.
Anlass der Debatte ist ein wirtschaftspolitisches Positionspapier von Stephan Toscani [1], in dem er fordert, die derzeit 14 Verkehrsbetriebe im Saarland zusammenzulegen, und dies mit dem Schlagwort „ein Land, ein Verkehrsverbund“ begründet. „Diesen Ansatz halten wir für falsch“, so Zachow. „Regionale und private Verkehrsbetriebe verfügen über wichtige lokale Kenntnisse, gewachsene Strukturen und Nähe zu den Menschen vor Ort. Diese Stärken dürfen nicht durch eine Zentralisierung geschwächt werden.“
Eine Zusammenlegung der Betriebe hätte erhebliche Nachteile. Entscheidungswege würden länger, regionale Flexibilität ginge verloren, und bestehende Beschäftigten- und Tarifstrukturen wären gefährdet. Zudem würde eine solche Reform unnötige Unsicherheit für die Mitarbeiter:innen der Verkehrsunternehmen schaffen.
Stattdessen setzen sich die Saar-Grünen für die Zusammenlegung der Aufgabenträger ein. „Die Zersplitterung bei der Planung, Bestellung und Finanzierung ist eines der größten Probleme des ÖPNV im Saarland“, betont Zachow. „Ein landesweiter Aufgabenträger kann einheitliche Standards, abgestimmte Fahrpläne, eine transparente Finanzierung und einen gemeinsamen Tarifrahmen sicherstellen, ohne die Verkehrsbetriebe selbst aufzulösen.“ So ließen sich Doppelstrukturen abbauen, der ÖPNV besser vernetzen und einfache, faire Tarife einführen.
„Ein Land, ein Verkehrsverbund darf nicht heißen, dass es einen zentralen Betrieb für alles gibt“, so Zachow abschließend. „Unsere Vision ist ein stark koordinierter ÖPNV mit klarer landesweiter Steuerung, getragen von leistungsfähigen, regional verankerten Verkehrsbetrieben. Nur so gelingt eine sozial gerechte und klimafreundliche Verkehrswende im Saarland. Toscani fehlt hier offensichtlich der Einblick und/oder ist er hier schlecht beraten.“
[1] https://cdu-fraktion-saar.de/wp-content/uploads/2026/01/Positionspapier-Stephan-Toscani.pdf