Saar-Grüne zu Radwege-Beschilderung: Die Schilderfarbe ist nicht das Problem

Die Saar-Grünen fordern, die Umstellung der Radwege-Beschilderung nur im Zusammenhang mit einer systematischen Planung des Alltagsradverkehrs und dem gezielten Ausbau sicherer Infrastruktur vorzunehmen [1]. Aus ihrer Sicht darf es nicht bei einem pauschalen Austausch von Wegweisern bleiben. Entscheidend sei vielmehr, dass Routenführung, Infrastruktur und kommunale Radverkehrskonzepte endlich miteinander verzahnt werden.

„Die Angleichung an die bundesweit üblichen Standards ist sinnvoll und entspricht langjährigen Forderungen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. Wenn das Land so viel Geld in die Hand nimmt, darf es jedoch nicht bei der Farbkorrektur von Wegweisern bleiben. Entscheidend ist, dass endlich eine alltagstaugliche Radwege-Beschilderung entsteht und außerdem Lücken im Radwegenetz geschlossen werden“, erklärt die stellvertretende Landesvorsitzende der Saar-Grünen, Anne Lahoda.
Nach Einschätzung der Saar-Grünen verweist die Debatte auf ein tieferliegendes strukturelles Problem: Die bisherige Radwege-Beschilderung sei stark touristisch geprägt, während eine systematische Wegeführung für den Alltagsradverkehr vielerorts fehle. Die angekündigte Umstellung sei zwar richtig, komme aber spät und löse das eigentliche Problem nicht.

„Diese Lücke jetzt zu schließen ist richtig, aber die Initiative kommt spät. Die heutigen Kosten sind auch das Ergebnis jahrelanger Versäumnisse im Radverkehr. Ein tragfähiger Plan für den Ausbau und die Umsetzung des Landesradwegenetzes fehlt weiterhin“, so Lahoda. Bevor flächendeckend eine neue Beschilderung geplant werde, müssten die Routenführung, die Infrastruktur und die kommunalen Planungen abgestimmt sein. Viele Kommunen verfügten bereits über eigene Radverkehrskonzepte, die bislang unzureichend mit der Landesplanung verzahnt seien.

Eine schrittweise Umstellung der Beschilderung dort, wo tatsächlich in sichere und alltagstaugliche Infrastruktur investiert werde, wäre aus Sicht der Saar-Grünen effizienter und zielgerichteter als ein pauschaler Komplettaustausch. Die Landesregierung müsse zudem offenlegen, wie hoch die Gesamtkosten ausfallen, welchen konkreten Nutzen das neue System bringe und wie die Kommunen systematisch eingebunden würden.

„Bei diesem Mitteleinsatz muss das Ergebnis ein spürbarer Fortschritt für den Alltagsradverkehr sein. Außerdem muss geprüft werden, inwieweit Förderprogramme von Bund und Europäischer Union zur Finanzierung herangezogen werden können“, sagte Lahoda abschließend.

[1] https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/landespolitik/falsche-farbe-saarland-will-schilder-an-radwegen-tauschen_aid-147465899?share=14c261f9bfdfc32a4c28b199425b1c08&utm_source=user&utm_medium=referral&utm_campaign=plusshare