Internationaler Tag der Pflege: Saar-Grüne wollen das Saarland zur Modellregion für eine zukunftsfähige Pflege machen

Zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai fordern die Saar-Grünen, das Saarland zur bundesweiten Modellregion für eine integrierte und zukunftsfähige Gesundheits- und Pflegepolitik zu entwickeln. Ziel ist eine wohnortnahe, menschliche und verlässliche Pflege, die professionelle Angebote, häusliche Betreuung, kommunale Netzwerke und digitale Unterstützung besser miteinander verbindet.

„Pflegekräfte leisten jeden Tag Enormes. Trotzdem fehlen vielerorts ausreichend Personal, verlässliche Arbeitsbedingungen und der politische Wille, endlich tragfähige Strukturen zu schaffen. Wer die Pflege weiter auf Verschleiß fährt und notwendige Entscheidungen in Kommissionen vertagt, gefährdet die Versorgungssicherheit in unserem Land. Angesichts der Tatsache, dass im Saarland mehr als 83 000 Menschen pflegebedürftig [1] sind und eines sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels braucht es jetzt ein entschlossenes Handeln. Mit einer Pflegequote von rund 8,5 Prozent [1] gehört unser Land zu den Bundesländern mit dem höchsten Pflegebedarf in Deutschland“, erklärt Volker Morbe, Landesvorsitzender der Grünen im Saarland.

„Wir fordern verbindliche Personalschlüssel in Kliniken und Pflegeeinrichtungen, eine flächendeckende Tarifbindung, bessere Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie mehr Kompetenzen und Entscheidungsspielräume für Pflegefachkräfte. Auch die Pflegeassistenz muss bundesweit einheitlich geregelt und deutlich aufgewertet werden. Pflege braucht faire Löhne, planbare Arbeitszeiten und echte Entlastung im Alltag“, so Morbe weiter.

„Genauso wichtig sind der Erhalt und die Stärkung der häuslichen Pflege. Angehörige leisten einen unverzichtbaren Beitrag, dürfen mit dieser Aufgabe aber nicht allein gelassen werden. Wir brauchen kommunale Gesundheits- und Pflegenetzwerke, die professionelle Pflege, Beratung und innerfamiliäre Betreuung besser miteinander verzahnen. Pflege darf nicht arm machen, und sie darf auch nicht auf Kosten der Familien organisiert werden. Mit einer solidarischen Pflegefinanzierung, schnelleren Anerkennungsverfahren für ausländische Fachkräfte und modernen regionalen Versorgungsstrukturen kann das Saarland zum Vorbild für eine Pflegepolitik werden, die menschlich, verlässlich und zukunftsfest ist“, so der Landesvorsitzende abschließend.

[1] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Pflege/Publikationen/Downloads-Pflege/statistischer-bericht-pflege-laenderergebnisse-5224002239005.html
[2] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Pflege/_inhalt.html