Grüne fordern Wahlfreiheit zwischen acht- und neunjährigen Gymnasien

Tressel: Landesregierung muss Elternwillen ernst nehmen und G9-Gymnasien einrichten

Nach der Ankündigung Nordrhein-Westfalens, den Schulen die Wahl zwischen dem acht- und neunjährigen Gymnasium zu ermöglichen, fordern die saarländischen Grünen die Große Koalition aus CDU und SPD auf, auch im Saarland für Schülerinnen und Schülern die Wahlfreiheit zwischen acht- und neunjährigen Gymnasien zu ermöglichen. CDU und SPD ignorierten nicht nur den Elternwillen, es bestehe auch die Gefahr, dass das Saarland in absehbarer Zeit mit einem reinen gymnasialen G8 in Deutschland allein stehe.

„Die Große Koalition muss den Elternwillen ernst nehmen und Wahlfreiheit zwischen dem acht- und neunjährigen Gymnasium schaffen. Das bestehende Zwei-Säulen-Modell aus Gemeinschaftsschule und Gymnasium muss hierbei um eine gymnasiale Variante ergänzt werden“, erklärt Markus Tressel MdB, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar. Wenn die Gemeinschaftsschulen  und die beruflichen Oberstufengymnasien, mit der Möglichkeit nach 9 Jahren Abitur zu machen, keine Alternativen für viele Eltern seien, dann benötige man neben den 8-jährigen Gymnasien auch 9-jährige Gymnasien als Wahlangebot. Die Standorte dieser neuen G9-Gymnasien seien im Rahmen einer gemeinsamen Schulentwicklungsplanung zwischen Land und Schulträgern festzulegen.

Durch die Einführung des achtjährigen Gymnasiums zum Schuljahr 2001/02 durch die damalige CDU-Landesregierung habe die Arbeitsverdichtung und Stressbelastung für Schülerinnen und Schüler an Gymnasien stark zugenommen. Viele vermeintliche Vorteile der Schulzeitverkürzung seien dagegen nicht im erwarteten Umfang eingetreten. Tressel: „Zahlreiche Eltern, die einen gymnasialen Bildungsgang für ihre Kinder anstreben, wollen für diese auch am Gymnasium nicht nur den schnellsten Weg zum Abitur. Diesem Elternwillen muss die Landesregierung endlich Rechnung tragen. Ein saarländischer Sonderweg in Deutschland, der sich nach dem Ausscheren von NRW immer mehr andeutet, ist jedenfalls nicht erstrebenswert.“

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