Existenzgründungen: Grüne erwarten konkrete Pläne von Hans

Tressel: Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten für Gründende verbessern

Als Reaktion auf die Ankündigung von Ministerpräsident Hans, das Saarland in den kommenden fünf bis sieben Jahren zu einem Hotspot für junge Gründer zu machen, erwarten die saarländischen Grünen nun zügig konkrete Taten. Die Große Koalition habe das Thema in den vergangenen sechs Jahren sträflich vernachlässigt. Bei der Gründungsquote sei das Saarland weit abgeschlagen. Grünen-Landeschef Tressel hat Ministerpräsident Hans aufgefordert, die Förder- und Unterstützungsstruktur für Gründer im Saarland neu zu gestalten. Dazu gehöre auch, die drastische Sparpolitik an den Hochschulen zu beenden. Zugleich müsse gemeinsam mit den Kommunen ein gründerfreundliches Umfeld geschaffen werden.

„Damit die Ankündigung von Hans keine Worthülse bleibt, muss die Landesregierung jetzt zügig liefern. Im Ländervergleich ist die Gründungsquote des Saarlandes weit unterdurchschnittlich. Laut letztem KfW-Gründungsmonitor 2017 liegt das Saarland im Dreijahresdurchschnitt 2014-2016 im Vergleich der 16 Bundesländer weit abgeschlagen auf dem 13. Platz – im Saarland gibt es noch nicht einmal halb so viele Gründungen wie beim Spitzenreiter Hamburg“, erklärt Markus Tressel MdB, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Der Grünen-Politiker erwartet von Hans eine deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen für Gründer im Saarland: „Grundlage muss vor allem eine Beendigung des drastischen Sparkurses an den Hochschulen sein. Attraktive Hochschulen sind vielfach die Keimzelle für erfolgreiche Gründungen. Wer die Hochschulen bis auf die Knochen zusammenspart wird keine lebendige Gründungskultur etablieren können. Leuchtturmprojekte wie das Helmholtz-Zentrum sind wichtig, ersetzen aber nicht eine intakte und attraktive Hochschullandschaft.“

Die Landesregierung müsse zudem Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten ausbauen und erleichtern, beispielsweise für Mikrokredite und zinslose Darlehen. Ebenso seien geeignete Instrumente zur Förderung von Risikokapitalinvestitionen zu forcieren. Tressel: „Das Saarland braucht eine landesweite Plattform für das Matching von Risikokapitalgebern mit innovativen Gründern, Beratungsangebote müssen reformiert und die Vielzahl an notwendigen Verwaltungsvorgängen in einem Portal gebündelt werden. Da könnte Hans, wenn er denn wirklich will, schnell Resultate liefern.“

Gründerinnen und Gründer seien zudem insbesondere in der Gründungsphase auf ein gründungsfreundliches Umfeld und preiswerte Büro- und Gewerberäume angewiesen. Tressel: „Die Kommunen müssen bei der Bereitstellung von Flächen und Immobilien für Gründerzentren gefördert werden. Ebenso sollte die Nutzung gemeinsamer personeller Ressourcen wie qualifizierte Gründungsberater vom Land finanziell unterstützt werden.“ Auch die Gründungsförderung an den Hochschulen sei zu stärken und besser miteinander zu vernetzen. „Labore, Bibliotheken und Räumlichkeiten können zur Mitnutzung entsprechend geöffnet werden.“

Positionspapier zur Gründungsförderung im Saarland:
http://www.markus-tressel.de/fileadmin/media/MdB/markustressel_de/markus_tressel/Uploads/2017-07-12_MT_10_Punkte_Gruender_A4.pdf

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