Holocaust-Gedenktag: Gedenkstätten stärker in das Bewusstsein junger Menschen rücken

Dillschneider: Gedenkstättenbesuche in den Lehrplan integrieren und obligatorisch machen

Anlässlich des morgigen Internationalen Gedenktags an die Opfer des Holocaust und des 75. Jahrestags der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau fordern die Saar-Grünen, Gedenkstätten als authentische Orte stärker in das Bewusstsein junger Menschen zu rücken. Gedenkstättenbesuche müssten künftig in den Lehrplan integriert und für Schulklassen obligatorisch werden, so Grünen-Landesvize Jeanne Dillschneider. Es gelte, die demokratische Erinnerungskultur an die Verbrechen des Nationalsozialismus in den Schulen zu stärken, um das Wissen auszubauen und für die Zukunft zu lernen.

„Der Holocaust hat den Glauben an die Menschlichkeit, an die Würde jedes einzelnen Menschen, erschüttert. Seine Aufarbeitung bleibt eine fortwährende Aufgabe. Wir müssen uns dieser Verantwortung, die weder vergeht, noch verjährt, nachdrücklich stellen. Nie wieder darf so etwas geschehen. Der Generationenwechsel mit dem Abschied der letzten Holocaust-Überlebenden stellt uns diesbezüglich vor eine ganz besondere Herausforderung“, betont Jeanne Dillschneider, stellvertretende Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Die Gedenkstätten müssten daher noch stärker in das Bewusstsein junger Menschen rücken. Dillschneider: „Nirgendwo kann so eindringlich das Wissen über die Verbrechen des Nationalsozialismus vermittelt werden, wie an authentischen Orten. Ein Gedenkstättenbesuch, beispielsweise im KZ Natzweiler-Struthof im Elsass oder im KZ Hinzert im Hunsrück, sollte für saarländische Schulklassen künftig in den Lehrplan integriert und damit obligatorisch werden. Erinnerungskultur muss direkt erlebbar sein und sollte dazu anregen, sich mit dem Geschehenen auseinanderzusetzen.“

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