Der Landesverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Saar begrüßt die angekündigte gesetzliche Einschränkung der Smartphone- und Smartwatch-Nutzung an Grundschulen. Diese Entscheidung war überfällig und sie zeigt, dass politischer Druck wirkt.
„Dass Bildungsministerin Streichert-Clivot diesen Schritt so lange abgelehnt hat, obwohl die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur schädlichen Wirkung früher Smartphone-Nutzung längst vorlagen, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar und fachlich nicht zu rechtfertigen“, erklärt Volker Morbe, Landesvorsitzender der Grünen im Saarland. „Gerade in Grundschulen braucht es klare Regeln, die Kinder schützen – nicht politische Ausflüchte.“
Die Saar-Grünen hatten sich bereits im Oktober 2024 klar gegen die individuelle Nutzung digitaler Endgeräte durch Grundschulkinder ausgesprochen. „Die Studienlage ist eindeutig: Smartphones im Grundschulalltag stören die Konzentration, fördern soziale Isolation und erschweren eine altersgerechte Entwicklung. Diese Erkenntnisse wurden von der Ministerin lange ignoriert, doch jetzt wurde sie zum Handeln gezwungen“, führt der Landesvorsitzende aus.
Dass es nun dennoch zu einer Kurskorrektur kommt, ist auch dem zunehmenden öffentlichen Druck sowie der Anerkennung der politischen Realität innerhalb der Landesregierung zu verdanken. „Offenbar war ein Eingreifen der Ministerpräsidentin nötig, um hier endlich Bewegung zu schaffen. Die anscheinend uneinsichtige Ministerin wurde damit letztlich von ihrer eigenen Partei bloßgestellt. Dass ein Machtwort gesprochen wurde, zeigt zumindest, dass der Schutz von Kindern an dieser Stelle nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden konnte“, so Morbe. „Wir hätten uns gewünscht, dass diese Einsicht früher gekommen wäre, und zwar aus Überzeugung, nicht aus Kalkül.“
Die Grünen fordern weiterhin eine altersgerechte, verantwortungsvolle Digitalstrategie an saarländischen Schulen. Morbe kommt zu der folgenden abschließenden Einschätzung: „Digitale Bildung bedeutet nicht freie Gerätewahl für Kinder, sondern pädagogisch begleitete Kompetenzvermittlung mit klaren Regeln und Grenzen. Die Einschränkung der Handynutzung an Grundschulen ist ein wichtiger Schritt, aber auch ein überfälliger.“