Saar-Grüne: Klassenteiler 25 für Grundschulen endlich rechtssicher verankern – jedes Kind einrechnen

Zur Klassenbildung an den saarländischen Grundschulen erklärt der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Saar, Volker Morbe: „Wir fordern Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot auf, den Klassenteiler 25 für die Eingangsklassen der Grundschulen dauerhaft rechtssicher zu verankern und künftig alle Kinder der Schuleingangsphase vollständig bei der Klassenbildung zu berücksichtigen. Die Ministerin muss jetzt handeln, damit bereits zum Schuljahr 2026/27 endlich Rechtssicherheit hergestellt wird.

Seit dem Schuljahr 2021/22 gilt im Saarland für die Eingangsklassen der Grundschulen ein Klassenteiler von maximal 25 Schüler:innen. Die Landesregierung führte diese Regelung damals vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ein, um kleinere Lerngruppen und bessere Fördermöglichkeiten zu schaffen. Diese Entscheidung war richtig. Richtig ist aber auch, dass die Gründe für kleinere Klassen heute keineswegs weggefallen sind.

Die Herausforderungen im Schulalltag sind in den vergangenen Jahren größer geworden. Lehrkräfte müssen Kinder mit sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen fördern, Sprachförderung leisten, Inklusion umsetzen und auf steigende soziale sowie emotionale Unterstützungsbedarfe reagieren. Wer unter diesen Bedingungen gute Bildung, individuelle Förderung und echte Chancengerechtigkeit gewährleisten will, braucht überschaubare Lerngruppen.

Deshalb begrüßen wir ausdrücklich, dass der Klassenteiler 25 auch im Schuljahr 2025/26 fortgeführt wurde. Gleichzeitig kritisieren wir aber, dass die Landesregierung bis heute darauf verzichtet hat, diese Regelung dauerhaft und verbindlich in der Verordnung zur Klassenbildung zu verankern. Für Eltern, Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulträger ist das ein unhaltbarer Zustand. Eine zentrale bildungspolitische Entscheidung darf nicht Jahr für Jahr von ministeriellen Vorgaben oder Verwaltungspraxis abhängen. Sie braucht eine klare, verbindliche und rechtssichere Grundlage.

Besonders kritisch ist auch zu sehen, dass Schüler:innen, die länger in der flexiblen Schuleingangsphase verbleiben, im Schuljahr 2025/26 nicht mit in die Berechnung der Klassenstärke einbezogen wurden. Diese müssen aber vollständig berücksichtigt werden. Wer im Klassenraum sitzt, Unterricht erhält und Förderbedarf hat, muss selbstverständlich auch beim Klassenteiler zählen.

Kleinere Klassen sind kein Luxus. Sie sind eine notwendige Voraussetzung für erfolgreichen Unterricht, gelingende Inklusion und faire Bildungschancen. Deshalb braucht das Saarland klare Regeln, Rechtssicherheit und Verlässlichkeit.

Der Klassenteiler 25 an Grundschulen muss verbindlich und dauerhaft geregelt werden und jedes Kind muss dabei mit eingerechnet werden. Wer kleinere Klassen für richtig hält, muss sie auch rechtlich absichern. Dies gerade auch im Hinblick darauf, den Lehrerberuf attraktiv zu gestalten und dauerhaft ausreichend Personal gewinnen und halten zu können.

Eltern, Lehrkräfte und Schulen haben Anspruch auf Verlässlichkeit statt jährlicher Unsicherheit.“