Saar-Grüne: Nordsaarlandklinik bleibt unverzichtbar – Der Hochwald darf bei der Gesundheitsversorgung nicht abgehängt werden

Die Saar-Grünen bedauern den erneuten Rückschlag bei der Planung der medizinischen Versorgung des Hochwaldes. Die Entscheidung der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland, die ausgehandelte Absichtserklärung für das Modellprojekt „Nordsaarlandklinik“ nicht zu unterschreiben, ist eine herbe Enttäuschung für die Menschen in einer Region, die bereits heute unter einer unzureichenden medizinischen Versorgung leidet.

Der Landesvorsitzende der Saar-Grünen, Volker Morbe, erklärt: „Für uns Saar-Grüne ist klar, dass sich die gesundheitspolitischen Herausforderungen im ländlichen Raum nicht mit den Versorgungsstrukturen von gestern lösen lassen. Gerade der Hochwald braucht innovative Konzepte, die ambulante und stationäre Versorgung intelligent miteinander verbinden und die wohnortnahe medizinische Versorgung dauerhaft sichern. Das Saarland könnte hier Vorreiter für ein modernes Gesundheitsmodell werden, das den Herausforderungen unbesetzter Hausarztsitze, fehlender Fachärzte und des demografischen Wandels gerecht wird. Die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung gegen die Nordsaarlandklinik erschwert die Chancen für eine zukunftsweisende, stabile Versorgung. Es fehlt den Mitgliedern offenbar der Mut, neue Wege zu gehen.“

„Ein sektorenübergreifendes Versorgungszentrum wäre ein sinnvoller Baustein gewesen, um die medizinische Versorgung wohnortnah und effizient zu organisieren. Es darf nicht sein, dass die Menschen im Hochwald am Ende die Leidtragenden einer Entscheidung werden, die ein richtungsweisendes Versorgungskonzept verhindert. Die Ablehnung der Kassenärztlichen Vereinigung hat das Projekt vorerst zum Scheitern gebracht und verdeutlicht zugleich, wie groß die strukturellen Hürden für neue Versorgungsmodelle weiterhin sind“, so Morbe weiter.

Der Landesvorsitzende abschließend: „Gesundheitsminister Magnus Jung ist nun gefordert, zeitnah aufzuzeigen, mit welchen konkreten rechtlichen und organisatorischen Schritten die medizinische Versorgung im Hochwald nachhaltig gesichert werden soll. Die Krankenhaus- und Gesundheitsreform des Bundes erhöht den wirtschaftlichen Druck auf die stationäre Versorgung erheblich. Gerade deshalb hätte das Saarland ein sektorenübergreifendes Modell wie die Nordsaarlandklinik konsequent absichern müssen. Dass Ministerpräsidentin Anke Rehlinger diese Reform auf Bundesebene mitgetragen hat, macht sie auch dafür verantwortlich, sich für tragfähige Rahmenbedingungen einzusetzen. Der Hochwald erträgt keine weiteren Jahre des Wartens. Die Region braucht dringend und schnell eine verlässliche Perspektive für eine moderne Gesundheitsversorgung. Dafür werden wir uns als Saar-Grüne weiterhin mit Nachdruck einsetzen.“