Die angekündigte Sanierung der Bahnstrecke Saarbrücken–Ludwigshafen ist ein wichtiges Signal für die Zukunft des Bahnverkehrs im Saarland. Gleichzeitig dürfen die geplanten Vollsperrungen in den Jahren 2028 und 2029 nicht dazu führen, dass das Saarland über Monate vom bundesweiten Fernverkehr und der internationalen Verbindung nach Paris abgeschnitten wird. Über die Strecke verläuft die einzige ICE-Anbindung Saarbrückens an den Fernverkehrsknoten Mannheim und damit an das bundesweite Hochgeschwindigkeitsnetz. Tausende Pendler:innen sowie Reisende sind täglich auf diese Verbindung angewiesen.
„Wir fordern Verkehrsministerin Petra Berg auf, kurzfristig ein Spitzengespräch mit dem Vorstand der Deutschen Bahn einzuberufen. Ziel muss ein verbindliches Konzept sein, das die Erreichbarkeit des Saarlandes während der Bauzeit sichert. Die Generalsanierung ist richtig und notwendig. Sie darf jedoch nicht zulasten der Mobilität der Menschen und der Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes gehen. Jetzt müssen Land und Deutsche Bahn gemeinsam Lösungen vereinbaren – nicht erst kurz vor Beginn der Bauarbeiten“, erklärt Jeanne Dillschneider, MdB und Landesvorsitzende der Grünen im Saarland.
Ein solches Spitzengespräch sollte insbesondere folgende Punkte zum Gegenstand haben:
- Vollsperrungen auf das notwendige Minimum begrenzen. Bauarbeiten sollten, wo immer möglich, unter rollendem Rad erfolgen.
- ICE/TGV-Ersatz sicherstellen. Direkte Expressbusse zwischen Saarbrücken und Mannheim sowie einen Busersatz im Fernverkehr mit Zwischenhalt in Homburg und Kaiserslautern einsetzen.
- Zugverkehr über Alternativstrecken sichern. Auf Ausweichstrecken Richtung Frankfurt oder Köln darf es im Zeitraum der Vollsperrung zu keinen weiteren Beeinträchtigungen kommen.
- Paris-Anbindung erhalten. Mindestens ein Zugpaar morgens und abends – gegebenenfalls ab Forbach.
- Hochwertigen Ersatzverkehr gewährleisten. Zuverlässige, barrierefreie Busse, gute Fahrgastinformation, WLAN und Busbeschleunigung.
- Güterverkehr absichern. Auch für den Schienengüterverkehr müssen leistungsfähige Ausweichrouten während der Bauzeit gewährleistet werden.
- Die vollständige Elektrifizierung der Nahestrecke vorantreiben. Mittelfristig muss die alleinige Abhängigkeit von der Mannheim-Verbindung z. B. durch direkte IC Richtung Frankfurt oder Köln überwunden werden.
„Die Deutsche Bahn investiert Milliarden in die Infrastruktur. Das begrüßen wir ausdrücklich. Ebenso selbstverständlich muss aber sein, dass die Erreichbarkeit des Saarlandes während der Bauzeit gewährleistet bleibt. Dafür braucht es jetzt politische Führung und verbindliche Zusagen. Wir appellieren an die Landesregierung und Deutsche Bahn, die Planungen frühzeitig mit den direkt betroffenen Kommunen Saarbrücken, St. Ingbert, Kirkel und Homburg sowie mit Wirtschaft und Fahrgastverbänden abzustimmen. Nur so kann die Generalsanierung gelingen, ohne das Saarland über Jahre vom Fernverkehr abzuschneiden“, betont Lisa Becker, Vorsitzende der Grünen Saarpfalz.