Saar-Grüne: Niedtalbahn muss endlich bis Bouzonville verlängert werden

Die Saar-Grünen fordern die Landesregierung auf, endlich eine europäische Perspektive bei der Entwicklung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs einzunehmen und die Niedtalbahn über Dillingen hinaus bis ins französische Bouzonville zu verlängern.

„Die Voraussetzungen dafür werden immer besser. Die Sanierungsmaßnahmen auf deutscher Seite und die spätestens bis 2032 geplante Modernisierung des Stellwerks in Bouzonville schaffen die Grundlage dafür, dass künftig nicht nur am Karfreitag ein Zug bis in die grenznahe französische Stadt fährt. Wir brauchen einen regelmäßigen grenzüberschreitenden Zugverkehr und keine symbolischen Einzelfahrten. Zudem würde die betriebliche Reichweite der zukünftig auf der Niedtalbahn eingesetzten batterieelektrischen Fahrzeuge sogar eine Fahrt bis Thionville erlauben“, erklärt Hanko Zachow, Generalsekretär der Saar-Grünen.

Unverständlich sei deshalb, dass die Hausspitze des saarländischen Mobilitätsministeriums auch bei der Veranstaltung zum 125-jährigen Jubiläum der Niedtalbahn an ihrer ablehnenden Haltung festhalte. „Gerade bei einem solchen Jubiläum hätte man erwarten können, dass die Landesregierung nach vorne blickt. Stattdessen hält sie an einer Verkehrspolitik fest, die an der Landesgrenze endet. Das ist weder zeitgemäß noch europäisch“, so Zachow.

Die Saar-Grünen sehen darüber hinaus Potenzial für eine Verlängerung des Zugbetriebs über Dillingen hinaus in Richtung Schmelz. „Auch hier muss die Landesregierung endlich konkreter werden. Eine Verlängerung des Zugverkehrs würde die Anbindung des Primstals verbessern und könnte einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende leisten. Dafür müssen die früheren Haltepunkte schnellstmöglich wieder aufgebaut werden“, fordert Zachow.

Der Generalsekretär macht deutlich, dass gerade im Saarland die grenzüberschreitende und die regionale Mobilität zusammen gedacht werden müssten: „Wenn wir über Europa, die Großregion und bessere Verbindungen zu unseren Nachbarn sprechen, darf es nicht bei Sonntagsreden bleiben. Europa muss auch auf der Schiene erfahrbar sein.“

Zachow erinnert zudem daran, dass die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger in ihrer früheren Funktion einer Verlängerung der Niedtalbahn bis Bouzonville grundsätzlich positiv gegenübergestanden habe. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Ministerpräsidentin Rehlinger, ihre damalige Position auch innerhalb ihres Kabinetts noch einmal deutlich zu machen. Wenn sie aufrichtig von der Notwendigkeit europäischer Zusammenarbeit überzeugt ist, sollte sie dafür sorgen, dass diese Haltung auch in ihrem Mobilitätsministerium ankommt.“