Saar-Grüne: Psychotherapie darf nicht zum Sparopfer werden

Anlässlich der heutigen Abstimmung im Deutschen Bundestag über das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz warnen die Saar-Grünen vor den Folgen der geplanten Reform für die psychotherapeutische Versorgung. Das Gesetz soll die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung stabilisieren. Die geplante Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen sowie die Streichung wichtiger Vergütungsschutzregelungen würden die ambulante Versorgung psychisch erkrankter Menschen weiter verschlechtern.

Dazu erklärt Jeanne Dillschneider, MdB und Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Saar: „Wer ausgerechnet bei der ambulanten Psychotherapie spart, spart an der falschen Stelle. Gerade im Saarland sind die Wartezeiten auf einen Therapieplatz vielerorts schon heute viel zu lang. Gleichzeitig berichten Psychotherapeut:innen von wachsendem wirtschaftlichem Druck. Die geplanten Kürzungen werden die Versorgung weiter verschlechtern und Praxen in ihrer Existenz gefährden. Das bedeutet mehr Leid für die Betroffenen und langfristig höhere Kosten durch Chronifizierungen, Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentungen.“

Dillschneider abschließend: „Das Gesetzgebungsverfahren muss ausgesetzt und die geplanten Einschnitte zurückgenommen werden. Statt Kürzungen braucht es eine Reform der Bedarfsplanung, eine verlässliche Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung und eine dauerhaft auskömmliche Vergütung der ambulanten Versorgung. Psychische Erkrankungen nehmen seit Jahren zu. Das Saarland verzeichnet bundesweit die meisten psychisch bedingten Fehltage. Psychische Erkrankungen sind damit die häufigste Ursache für krankheitsbedingte Arbeitsausfälle im Land – mit erheblichen Folgen für die Betroffenen, ihre Familien und die gesamte Gesellschaft. [1] Gerade deshalb wäre es fatal, die ambulante psychotherapeutische Versorgung jetzt weiter zu schwächen.“

[1] https://www.dak.de/presse/landesthemen/saarland/gesundheitsreport/beschaeftigte-im-saarland-im-durchschnitt-an-22-5-tagen-krankgeschrieben-_155750