Grüne: Chemesis 2020 wirft lange Schatten voraus

Die Chemieplattform Carling-St. Avold bereitet mit dem Projekt „Chemesis 2020“ eine deutliche Erweiterung des Standortes um über 200 Hektar neue Industrieansiedlung vor. Während die saarländische Seite weiterhin offiziell von nichts weiß, berichten französische Medien bereits von unterschriebenen Verträgen über eine Produktionslinie von Buttersäure, deren Bau bereits 2018 begonnen werden soll. Der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Saar, Markus Tressel MdB, fordert eine deutlich kritischere Auseinandersetzung mit den grenzüberschreitenden Auswirkungen auf Gesundheit und Natur sowie mehr Geld für geeignete Mess- und Prüfverfahren, um endlich verlässlich die Belastungen von Luft, Wasser und Boden herauszustellen.

Markus Tressel: „Das saarländische Umweltministerium und Minister Jost scheinen erneut zu sehr mit Dingen wie der Rettung des Lyoners oder der Bewertung von Rotweinen beschäftigt zu sein, statt sich um eine der wichtigsten Fragen für die saarländischen Anrainer im Warndt zu kümmern. Die von französischen Medien angekündigte Produktionslinie von Buttersäure hat durchaus das Potential, den ohnehin schon extremen Geruchsbelastungen im Warndt die traurige Krone aufzusetzen. Der Geruch von Buttersäure gilt als äußerst ekelerregend, wird im Volksmund stinkbombenartig beschrieben und kann vom Menschen bereits in geringsten Dosen wahrgenommen werden.

Wir Grüne Saar fordern eine deutlich kritischere Auseinandersetzung mit dieser Anlage und mit den weiteren zukünftigen Anlagen auf der Chemieplattform Carling-St. Avold, die in den nächsten Jahren im Rahmen des Projekts „Chemesis 2020“ entstehen sollen.

Es kann nicht sein, dass die saarländische Bevölkerung im Warndt noch mehr ungeklärten Geruchs- und Gesundheitsbelastungen ausgesetzt wird und gleichzeitig der Warndt als Naturschutzgebiet vermarktet werden soll. Hier muss die Landesregierung endlich Farbe bekennen und deutlich mehr Geld in die gezielte Messung, Überprüfung und Aufdeckung der relevanten Schadstoffe stecken. Stattdessen wird wie bei den vom Umweltbundesamt nachgewiesenen verbotenen Flammschutzmitteln in Rehen und Fischen in Warndt und Saar auf Zeit gespielt und das Thema totgeschwiegen.

Auf der Internetseite von METabolic EXplorer finden Sie entsprechende Informationen zum geplanten Werk für Buttersäure (auf französisch): http://www.metabolic-explorer.fr/2017/07/03/projet-de-construction-dune-usine-de-production-pdoab-sur-la-plateforme-de-carling-saint-avold/