Tarifreform: Grüne fordern Umsetzung bereits 2020

Tressel: Kostenfaktor-These verkennt finanzielle, ökonomische und ökologische Chancen

Die Saar-Grünen drängen darauf, das SaarVV-Tarifsystem nicht erst wie geplant 2021, sondern bereits 2020 umfassend zu reformieren. Grünen-Landeschef Tressel wirft Verkehrsministerin Rehlinger vor, weiter auf Zeit zu spielen, statt endlich zu handeln. Während Luxemburg zügig einen kostenfreien Nahverkehr umsetze, kriege man hierzulande noch nicht mal eine überfällige Tarifreform zeitnah hin. Der Grünen-Politiker betont, wer wie Verkehrsministerin Rehlinger die Tarifreform lediglich als Kostenfaktor betrachte, verkenne die handfesten finanziellen, ökonomischen und ökologischen Chancen eines attraktiven öffentlichen Verkehrssystems als Herzstück der Mobilität im Saarland.

„Kaum hat Verkehrsministerin Rehlinger nach vielen Jahren erste Vorschläge für eine SaarVV-Tarifreform auf den Tisch gelegt, macht sich immer mehr Ernüchterung breit: Der Tarifvorschlag ist nicht nur inhaltlich eine halbgare Schmalspurlösung, sondern nun auch noch in der Umsetzung eine Hängepartie. Nicht 2020, sondern erst 2021 will man soweit sein. Während in Luxemburg zwischen Regierungserklärung und Umsetzung eines kostenfreien Nahverkehrs im März 2020 gerade mal 16 Monate liegen werden, kommt man im Saarland mal wieder nicht in die Pötte“, sagt Markus Tressel MdB, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Die Landesregierung müsse die Tarifreform endlich prioritär angehen. Tressel: „Wer wie Verkehrsministerin Rehlinger die Auflösung des Reformstaus beim Tarifsystem, die Einführung gerechter und attraktiver Fahrpreise, lediglich als Kostenfaktor betrachtet, verkennt dass ein attraktives Tarifsystem auch mehr Fahrgäste in Busse und Bahnen locken wird, die Auslastung steigert und damit letztendlich auch für mehr Fahrgeldeinnahmen sorgt. Von den langfristigen handfesten finanziellen, ökonomischen und ökologischen Vorteile eines attraktiven öffentlichen Verkehrssystems als Herzstück der Mobilität im Saarland ganz zu schweigen, wie beispielsweise geringerer Unterhaltungsaufwand für die Straßen, weniger Verkehrslärm und weniger Staus.

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