LAG-Bildung on Tour: Besuch der Kindertagestätte BIBER in Saarbrücken

In Zuge des neuen Formates „LAG on tour“ besuchen die Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung immer wieder besondere Bildungseinrichtungen im Saarland. Dieses Mal waren sie in der KiTa BIBER im Saarbrücker Stadtteil Malstatt.

Der Name BIBER ist Programm: Bildung – Inklusion – Betreuung – Erziehung – Reggio sind wesentliche Elemente, nach denen sich das pädagogische Konzept der Kindertagesstätte BIBER in Saarbrücken ausrichtet. 2012 unter der Trägerschaft des Vereins „Lebens- und Bildungsräume e.V.“ von einer gesellschaftlich engagierten Gruppe errichtet, ging die KiTa 2016 in die Trägerschaft der Lebenshilfe über. Neben der Bildung und Erziehung von Kindern war die Schaffung von guten Bedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Ziel. Das zeigt sich in den Öffnungszeiten von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr. Inzwischen gibt es 30 Krippenplätze für Kinder unter 3 Jahre, 12 Plätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf und ca. 50 Plätze für Kinder ab 3 Jahren.

Die KiTa richtet sich nach der „Reggio-Pädagogik“, die aus dem postfaschistischen Italien stammt und vor allem das Ziel hat, durch Partizipation und Teilhabe aller und das Einüben von demokratischen Regeln die Basis für eine neue Gesellschaft zu schaffen, die sowohl individuelle Vielfalt als auch die Bedürfnisse der Allgemeinheit anerkennt und schützt. Als anerkannte Hospitationseinrichtung für Reggio-Pädagogik ist die KiTa ein Ort der Begegnung, Gemeinschaft und Individualität. Alle Kinder und Familien sind in ihrer Einmaligkeit willkommen und wertgeschätzt.

„Diese Atmosphäre ist spürbar“, urteilt Volker Morbe, Sprecher der LAG Bildung und stellvertretender Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar. „Die an Themen orientierten sehr gut ausgestatteten Räume lassen vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten der Kinder zu, fördern Kreativität und bieten einen geschützten Rahmen. Der respektvolle Umgang aller miteinander schafft eine Atmosphäre von Ruhe und Gelassenheit. Hier wird Inklusion gelebt.“

Die Ausstattung der Räume ist so konzipiert, dass diese als „dritter Erzieher“ fungieren, um zahlreiche kooperative Lernprozesse anzuregen. Dazu  werden anregungsreiche Materialien angeboten.

„Wir legen sehr viel Wert auf Strukturen in den Räumen, überall gibt es Schubladen und Abstellmöglichkeiten, denn diese Ordnung bringt Sicherheit und Verlässlichkeit. Die Kinder lernen früh Verantwortung für die Einhaltung bzw. Wiederherstellung von Ordnung zu übernehmen.“, erklärte Frau Hessemer, die Leiterin der KiTa.

Und was ist, wenn ein Kind sich nicht an die Regeln hält? Es wird nicht bestraft, sondern es wird darüber geredet. „Kommunikation in der Gruppe, aber auch Gespräche mit den Eltern reichen meist aus, um Konflikte zu lösen. Es kommt vor, dass Kinder selbst ohne Hilfe Erwachsener untereinander Auseinandersetzungen austragen.“, erklärt die Leiterin.

Alle Kinder, mit oder ohne Beeinträchtigung, spielen und lernen nebeneinander und fühlen sich beheimatet und aufgehoben.

 „Die Ausstattung der Räume, der Flure, auch des Außengeländes, all das ist beeindruckend“, sagt die LAG-Sprecherin Barbara Klein-Braun. „Gerade die vielen kleinen Details, die hier zu finden sind und die man gar nicht alle aufzählen kann, zeigen die Wertschätzung und Akzeptanz, die man den Kindern, aber auch den Erwachsenen entgegenbringt. Bewegungsmöglichkeiten, aber auch Orte der Ruhe, das gesunde Essensangebot, die vielen Hinweistafeln bieten Orientierung und zeigen, dass alle  in ihren  Bedürfnissen respektiert werden.“

Aktuelles Problem in der frühkindlichen Bildung ist wie überall der Mangel an geeigneten Fachkräften. „ In die Ausbildung von pädagogischen Fachkräften muss der Staat investieren, denn  Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft und die wichtigste Ressource für unsere Gesellschaft.“, forderte die ebenfalls anwesende Landesvorsitzende der Saargrünen Uta Sullenberger abschließend.

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