Während in anderen Bundesländern längst Bahnstrecken wiedereröffnet wurden, dümpelt die Reaktivierung von Schienenstrecken im Saarland vor sich hin. Die Fertigstellung der Machbarkeitsstudien lässt auf sich warten.
Die Grünen fordern einen Reaktivierungsturbo für die Bahnstrecken im Saarland, der insbesondere die Erschließung der Strecken rund um die Saarschleife in den Blick nimmt und eine Strategie zum grenzüberschreitenden Ausbau.
Hanko Zachow, politischer Geschäftsführer der Saargrünen, erklärt: „Die Worte eines Sprechers des Verkehrsministeriums sind ein Zeugnis mangelnder Ambitionen. Die genannte Zahl von zehn bis 15 Jahren ist nicht nachvollziehbar. Gerade für die noch bestehenden Strecken der Primstalbahn bis Limbach und der Merzig-Büschfelder Eisenbahn bis zur Dellborner Mühle kann und muss die Reaktivierung schneller gehen. Auch die Umsetzung der Strecke von Homburg nach Zweibrücken verzögert sich immer wieder. Während das Saarland Hunderttausende Euro für ein Saarvenir ausgibt, bleibt die Erschließung der Sehenswürdigkeiten des Landes mit dem ÖPNV aus.“
Nicht hinnehmbar sei, dass die Museumseisenbahn in Losheim über ein Jahrzehnt hinweg von der Bahn abgeschnitten sein soll. Dazu Volker Morbe, Landesvorsitzender der Saargrünen: „Die Gemeinde Losheim als Streckeneigentümer ist dazu verpflichtet, die öffentliche Strecke auch betriebsbereit zu halten. Die Aufsicht über die nichtbundeseigenen Eisenbahnen liegt bei der Landeseisenbahnaufsicht, im Saarland also beim MUKMAV. Frau Berg muss ihrer politischen Verpflichtung als Landeseisenbahnaufsicht nachkommen und die Gemeinde Losheim auf ihre Verpflichtung hinweisen. Die Landesregierung muss die Gemeinde bei der Gewinnung von Fördermitteln des Bundes aktiv unterstützen.“
Die Grünen fordern ambitionierte Nahverkehrspläne der Landkreise, um eine Verkehrswende vor Ort anzustoßen. Erforderlich seien Strukturen, die dieses auch leisten können. Zachow ergänzt: „Der Zweckverband Personennahverkehr des Saarlandes muss endlich aus seinem Tiefschlaf erwachen und die Planungen kreisübergreifend vorantreiben. Der Verkehrsentwicklungsplan des Saarlandes darf nicht nur ein Papiermonster bleiben. Zum Gelingen der Verkehrswende gehören auch die grenzüberschreitenden Verbindungen nach Frankreich und Luxemburg. Hier müssen Gespräche in der Großregion geführt werden, damit Saarbrücken Teil der EU-finanzierten Schnellverkehrsverbindung von Brüssel nach Straßburg wird. Die Reaktivierung der Bahnstrecken links der Saar bis nach Frankreich sollte die Frankreichstrategie der Landesregierung mit Leben erfüllen. Auch die Schienenverbindung nach Luxemburg muss vorangetrieben werden. Das Großherzogtum Luxemburg wird den Schienenverkehr nach Thionville deutlich stärken. Damit ist Thionville als Anknüpfungspunkt für eine Schienenanbindung aus dem Saarland nach Luxemburg gesetzt.“
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