Saargrüne fordern mehr Unterstützung für pflegende Angehörige

„Die vom VdK veröffentlichte Studie zur Belastungssituation pflegender Angehöriger legt den Finger in die offene Wunde“, so Volker Morbe, Landesvorsitzender der Grünen Saar. „Ohne die häusliche Pflege würde das Pflegesystem in der derzeitigen Situation knapper Kapazitäten kollabieren. Dabei stoßen pflegende Angehörige selber oft an ihre Grenzen, sie brauchen alle nur denkbare Unterstützung.“
„Überlastete Pflegedienste und knappe Platzkapazitäten in der Tages- oder Kurzzeitpflege machen es schwer, Entlastung zu organisieren. Allein für die vielen Anrufe, Absagen, Warteschleifen, braucht man Zeit und Nerven, die man als pflegende Angehörige gar nicht hat. Hinzu kommt ein bürokratischer Dschungel, der oft nur schwer zu durchschauen ist. Auch Unsicherheiten im Umgang mit Pflege sind belastend“, so Morbe weiter.

Um die Situation der pflegenden Angehörigen zu verbessern, fordern die Grünen Saar ein Maßnahmenpaket auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Dazu gehören neben dem Ausbau der ambulanten Pflege die verstärkte Schaffung von Entlastungsangeboten wie Tagespflege, Kurzzeitpflege und Betreutes Wohnen vor Ort. Auch die Beratungs- und Schulungsangebote in den Kommunen müssen erweitert werden, um den Angehörigen alle notwendigen Informationen zugänglich zu machen. Aber auch die Unterstützung im alltäglichen Leben kann entlastend sein wie ein Zugang zu ärztlicher Behandlung ohne längere Wartezeiten, eine unbürokratische Genehmigung von Physiotherapie oder Psychotherapie, oder mobile Fahrdienste in einer Kommune – das wären kleine Hilfen mit großer Wirkung. Auf Bundesebene muss die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf verbessert werden, es darf nicht sein, dass Familien in die Armutsfalle geraten, weil sie sich um ihre pflegebedürftigen Angehörigen kümmern.

„Wir sind der Überzeugung, dass die Umsetzung dieser Forderungen zu einer spürbaren Verbesserung der Situation pflegender Angehöriger führen wird. Unsere Gesellschaft wird immer älter, die Zahl der Pflegebedürftigen wird in Zukunft wachsen. Wenn wir unsere Kommunen zukunftsfähig gestalten wollen, müssen wir diese Herausforderung annehmen und sie kreativ gestalten, bevor es zu spät ist und sie uns überrollt“, fasst Sigrun Krack, Sprecherin der LAG Gesundheit und Soziales, zusammen.

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