Saar-Grüne fordern mehr Tempo bei Klimaanpassung und Hitzeschutz

Die aktuelle Hitzewelle zeigt erneut, dass der Klimawandel längst Realität ist. Temperaturen deutlich über 30 Grad werden künftig häufiger auftreten. Das Bundes-Klimaanpassungsgesetz verpflichtet die Länder, flächendeckend kommunale Klimaanpassungskonzepte zu erstellen und umzusetzen. Die Saar-Grünen fordern deshalb deutlich mehr Engagement von Land und Kommunen.

„Der saarländische Hitzeaktionsplan ist ein wichtiger erster Schritt. Entscheidend ist jetzt, dass daraus konkrete Maßnahmen folgen. Das Saarland darf hier nicht länger auf Zeit spielen“, erklärt Volker Morbe, Landesvorsitzender der Grünen im Saarland.

„Klimaanpassung entscheidet sich vor Ort. Deshalb tragen die Kommunen eine besondere Verantwortung. Wer immer neue Flächen versiegelt, verschärft die Folgen von Hitze. Wir brauchen mehr Entsiegelung, mehr Stadtgrün und eine Bauleitplanung, die Klimaanpassung konsequent mitdenkt. Die Kommunen brauchen Unterstützung, müssen ihre Handlungsspielräume aber konsequent nutzen. Gleichzeitig muss das Land den Landesentwicklungsplan so weiterentwickeln, dass Innenentwicklung und Klimaanpassung Vorrang erhalten und unnötiger Flächenverbrauch verhindert wird“, sagt Nadine Uhrhan, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Ökologie.

Hitze ist eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen, chronisch Kranke, Menschen mit Behinderungen und wohnungslose Menschen, für die langanhaltende Hitze lebensgefährlich werden kann. Notwendig sind deshalb mehr Bäume, Grünflächen und Entsiegelungsmaßnahmen, um Städte und Ortskerne wirksam abzukühlen. Ebenso wichtig sind verschattete Aufenthaltsbereiche auf Schulhöfen, Spielplätzen und öffentlichen Plätzen sowie Trinkwasserbrunnen und frei zugängliche Wasserstellen. Außerdem braucht es Hitzeschutzkonzepte für Kindertagesstätten, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, Frühwarn- und Informationssysteme sowie gezielte Hilfsangebote für wohnungslose Menschen während Hitzeperioden. „Klimaanpassung darf nicht auf dem Papier stehen bleiben. Entscheidend ist, dass aus Konzepten konkrete Maßnahmen werden. Nur so machen wir unsere Städte und Gemeinden widerstandsfähiger gegen die Folgen zunehmender Hitze“, betont Volker Morbe.

Die Saar-Grünen fordern die Landesregierung auf, die Kommunen gezielt zu unterstützen und die notwendigen Maßnahmen zügig umzusetzen. Investitionen in den Hitzeschutz und eine klimaresiliente Infrastruktur schützen die Gesundheit und Lebensqualität und vermeiden zugleich deutlich höhere Folgekosten.