Saar-Grüne zum Nationalen Bildungsbericht: Wer Bildungsgerechtigkeit will, muss früher ansetzen

Zu den Ergebnissen des Nationalen Bildungsberichts 2026 erklärt Volker Morbe, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saarland:

„Der Nationale Bildungsbericht zeigt deutlich, dass Bildungsungleichheiten bereits vor dem Schuleintritt entstehen. Wer gleiche Chancen für alle Kinder will, muss deshalb früher ansetzen. Daher begrüßen wir, dass das Saarland künftig verbindliche Sprachstandserhebungen einführt und die amtsärztlichen Einschulungsuntersuchungen vorzieht. Förderbedarfe früher zu erkennen, ist richtig. Aber Diagnosen allein lösen das Problem nicht. Ein Sprachtest verbessert noch keine Bildungschancen. Entscheidend ist, dass daraus auch konkrete Förderung mit ausreichend Personal in den Kitas, gezielter Sprachförderung und Unterstützung für Kinder und Familien folgt.

Der Bildungsbericht macht deutlich, dass soziale Herkunft in Deutschland noch immer zu stark über Bildungserfolg entscheidet. Das können wir uns gesellschaftlich und wirtschaftlich nicht leisten. Jedes Kind, dessen Potenzial ungenutzt bleibt, ist ein Verlust für unser Land. Deshalb müssen wir auch die Debatte über ein verpflichtendes Vorschuljahr neu führen. Wenn sich Bildungsungleichheiten bereits vor der Einschulung verfestigen, dürfen wir diese Phase nicht länger aus der bildungspolitischen Diskussion ausklammern. Eine solche Diskussion muss sich am Wohl der Kinder orientieren und von einer ausreichenden personellen und finanziellen Ausstattung begleitet werden. Bildungsgerechtigkeit entsteht nicht von selbst. Sie braucht politische Priorität und gezielte Investitionen dort, wo Chancenungleichheit entsteht.“