Saar-Grüne fordern Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung

Die neue Kalkulation zum Wohngebiet „Im Knappenroth“ verdeutlicht aus Sicht der Saar-Grünen einmal mehr den strukturellen Handlungsbedarf beim Flächenrecycling im Saarland. Unsichere Sanierungskosten, erhebliche Altlasten und hohe wirtschaftliche Risiken zeigen, dass viele belastete Industrieflächen ohne Fördermittel kaum entwickelt werden können. [1]

„Der Knappenroth ist kein Einzelfall, sondern symptomatisch für viele ehemalige Industrieflächen im Saarland. Wir brauchen eine Institution, die Fachwissen bündelt, Sanierungsprojekte begleitet und Kommunen bei Altlastensanierungen unterstützt. Deshalb setzen wir uns für einen saarländischen Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung nach dem Vorbild des nordrhein-westfälischen AAV ein“, erklärt Anne Lahoda, stellvertretende Landesvorsitzende der Saar-Grünen.

Das Saarland leidet unter akutem Flächenmangel. Gleichzeitig liegen zahlreiche Industrie- und Gewerbebrachen seit Jahren ungenutzt, weil Altlasten und hohe Sanierungskosten ihre Entwicklung erschweren. Während für attraktive Standorte wie das ehemalige DSD-Gelände in Homburg mit dem Projekt „Coeur“ schnell Investor:innen gefunden werden, bleiben viele weniger rentable Brachflächen sich selbst überlassen. Wertvolle Entwicklungsflächen werden dadurch nicht genutzt, obwohl gleichzeitig immer neue Flächen im Außenbereich unter Druck geraten.

„Flächenrecycling und Stadtentwicklung dürfen nicht davon abhängen, ob sich ein Grundstück für private Investor:innen sofort rechnet. Gerade die schwierigen Standorte brauchen öffentliche Unterstützung. Ein Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung könnte Kommunen in die Lage versetzen, Flächen unter städtebaulichen Aspekten zu entwickeln und so echte Impulse zu setzen“, so Lahoda.

[1] https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarbruecken/saarbruecken-studie-zum-wohnprojekt-knappenroth-zeigt-ueble-zustaende_aid-150283381