Sparkassenpräsident: Tressel fordert Vertagung der Entscheidung

Grüne wollen zunächst Debatte über zukunftsfähige Struktur

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Tressel hat die Verantwortlichen aufgefordert, die Wahl eines neuen Sparkassenpräsidenten zu vertagen. Zuvor müsse es eine grundlegende Debatte über die künftige Struktur des Sparkassenverbandes geben. Es müsse mindestens hinterfragt werden, ob für derzeit sieben Sparkassen im Land ein eigener Verband mit einem hochbezahlten Präsidenten notwendig sei. Sollte der Posten jetzt im Eilverfahren parteipolitisch besetzt werden, sei auf Jahre die Chance vertan, möglicherweise notwendige Strukturveränderungen vorzunehmen.

Tressel, auch Generalsekretär der Grünen im Saarland, wies in diesem Zusammenhang erneut auf den ostdeutschen Sparkassenverband hin, der über 40 Sparkassen aus vier Bundesländern mit einem geschäftsführenden Präsidiumsmitglied vertrete. „Da zeigen vier Bundesländer, dass sich die Interessen ihrer Sparkassen auch sehr gut in einem Verbund vertreten lassen.  Auch vor dem Hintergrund der aktuellen Spardebatte müssen sich die Verantwortlichen fragen lassen, warum das im Saarland nicht funktionieren soll.“ Auch Hessen und Thüringen würden von einem gemeinsamen Verband vertreten. Die gestiegene Komplexität im Bankenbereich könne jedenfalls nicht ernsthaft als Begründung für einen Präsidentenposten herhalten, der bisher vor allem mit fachfremden Seiteneinsteigern besetzt wurde.

Deshalb müsse jetzt zunächst eine Debatte über die Sinnhaftigkeit der derzeitigen Strukturen geführt werden, bevor kostspielige Personalentscheidungen getroffen würden. Zu den Kosten aus dem Amt kämen zusätzlich Kosten für eine absehbar notwendige Landratswahl: „Die jetzt geplante Postenschacherei der Großen Koalition geht also voll zu Lasten der Steuerzahler und Sparkassenkunden, während die SPD so tut, als hätte sie ein verbrieftes ewiges Anrecht auf den Präsidentenposten.“

Auch eine ehrenamtliche Lösung könne nicht von der Hand gewiesen werden. Das Beharren auf einem Hauptamt sei den Menschen im Land schwer vermittelbar. Es bestehe zudem kein Zeitdruck, da der Verband über eine handlungsfähige und qualifizierte Geschäftsführung verfüge.

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