Verwaltungskostenbeitrag: Grüne sehen verheerende Entscheidung für den Hochschulstandort

Tressel: Verwaltungskostenbeitrag ist Studiengebühr durch die Hintertür

Anlässlich der geplanten Änderung des Hochschulgebührengesetzes zur Einführung eines pauschalen Verwaltungskostenbeitrags haben die saarländischen Grünen die Landesregierung davor gewarnt, die saarländischen Hochschulen nun vollends an die Wand zu fahren. Ein pauschal erhobener Verwaltungskostenbeitrag von stattlichen 50 Euro für selbstverständliche Verwaltungsleistungen sei nichts anderes als eine Studiengebühr durch die Hintertür mit all ihre Nachteilen. Grünen-Landeschef Tressel hat CDU und SPD aufgefordert, auf die Einführung eines Verwaltungskostenbeitrags zu verzichten. Statt die Studierenden zu schröpfen und die saarländischen Hochschulen noch unattraktiver zu machen, müsse viemehr der rigide Sparkurs unverzüglich gestoppt werden. 

„Der von der Großen Koalition geplante Verwaltungskostenbeitrag ist nichts anderes als eine Studiengebühr durch die Hintertür. Unter einem anderen Namen sollen Studierende zukünftig für selbstverständliche Verwaltungsleistungen, wie beispielsweise ihre Einschreibung, einen pauschalen Beitrag von stattlichen 50 Euro zahlen. Studienbeiträge verschärfen jedoch immer die Selektion im Bildungsbereich nach sozialen Gesichtspunkten, indem es Kinder aus sozial schwächeren Familien deutlich erschwert wird einen Hochschulabschluss zu erlangen. Bildung darf jedoch nicht vom Einkommen der Eltern abhängen“, erklärt Markus Tressel MdB, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Die Einführung eines Studienbeitrags sei zugleich auch eine verheerende Entscheidung für den Hochschulstandort Saarland. Tressel: „Die Einführung eines Verwaltungskostenbeitrags ist wieder eine neue Hiobsbotschaft. Dabei hat der rigide Sparkurs doch bereits deutliche Spuren im Lehr- und Forschungsbetrieb hinterlassen. Erst kürzlich wurde beispielsweise bekannt, dass nun schon im fünften Jahr in Folge die Studierendenzahlen an der Universität einbrechen, während bundesweit die gegensätzliche Entwicklung zu beobachten ist. Durch einen neuen Studienbeitrag wird es mit der Attraktivität der Hochschulen im Saarland weiter abwärts gehen.“

Dabei brauche gerade das Saarland mehr Jugendliche, die sich für ein Studium entscheiden und nicht weniger. Tressel weiter: „Hochschulen mit ihren Studierenden sind zentrale Orte des Forschens und der Erneuerung im Land und leisten entsprechende wissenschaftliche Impulse. Diese Menschen tragen später mit ihrer Arbeitskraft positiv zur konjunkturellen Entwicklung bei und sind mitentscheidend, um dem bevorstehenden Fachkräftemangel in unserem Land zu begegnen. Die Große Koalition muss daher endlich ihren rigiden Sparkurs an den Hochschulen stoppen und auf den Verwaltungskostenbeitrag verzichten.“

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