Grüne fordern Kulturentwicklungsplan

Schöpfer: Streit um kulturelle Nutzung des Pingusson-Baus schadet kulturellem Ansehen des Landes

Als Reaktion auf das Tauziehen zwischen dem Kulturministerium und dem Bauministerium um eine weitere künstlerische Nutzung des Pingusson-Baus haben die Grünen die Landesregierung aufgefordert, einen Kulturentwicklungsplan für das Saarland zu erarbeiten. Grünen-Landeschefin Tina Schöpfer hat dazu vorgeschlagen, alle kulturellen Akteure im Land und den Kommunen an einem Tisch zu holen.

„Der Streit um die weitere kulturelle Nutzung des Pingusson-Gebäudes zwischen dem Kultusministerium und dem Bauministerium zeigt, dass die Landesregierung im kulturellen Bereich planlos agiert. Dass durch diesen Streit um Zuständigkeiten nun offenbar sogar die erste Produktion eines freien Profi-Theaterkollektivs auf der Kippe steht, schadet dem kulturellen Ansehen des Landes. Kultur trägt nicht nur zur Lebensqualität bei, sondern ist auch ein nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Standortfaktor. Gerade auch die freien Kulturträger sorgen mit ihrem Engagement für ein breites und attraktives Kulturangebot im Saarland. Um sie zu unterstützen, braucht es kulturpolitisches Handeln, auf das Verlass ist. Die Kulturschaffenden müssen auf professionelle Weise finanziell, ideell und organisatorisch gefördert werden. Dazu braucht es einen Kulturentwicklungsplan“, erklärt Tina Schöpfer, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Der Kulturentwicklungsplan soll aus Sicht der Grünen auch die Rahmenbedingungen für junge Künstlerinnen und Künstler verbessern. „Besonders in der Anfangsphase sind junge Künstlerinnen und Künstler auf ein kunstfreundliches Umfeld angewiesen. Dazu gehören preiswerte Räumlichkeiten, eine zu günstigen Preisen miet- und nutzbare Ausrüstung für ihr künstlerisches Schaffen und entsprechende Beratungsangebote, wie es sie auch für andere Freiberufler gibt. Zugleich braucht es bessere Förderprogramme für junge Künstlerinnen und Künstler, damit diese ihre Ideen umsetzen und präsentieren können. Die Landesregierung muss gemeinsam mit den Kommunen endlich die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, z. B. durch entsprechend ausgestattete Künstlerzentren“, so Schöpfer.

Damit die Kultur auch in Zeiten knapper Kassen nicht unter die Räder kommt, fordern die Grünen die Landesregierung des Weiteren auf, Kulturförderung wie in Sachsen zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen und die Kommunen dafür mit den nötigen finanziellen Mitteln auszustatten. „Kultur gehört zur Daseinsvorsorge. Es kann nicht sein, dass in Zeiten knapper Kassen hier zuerst der Rotstift angesetzt wird“, so Schöpfer.

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