Antibiotikaresistente Bakterien: Gewässerbelastung in landeseitem Bedarfsatlas abbilden

Tressel: Neue Klärstufen prüfen und Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung drastisch zurückfahren

Als Reaktion auf die Untersuchungsergebnisse des Karlsruher Instituts für Technologie im Auftrag des SR, wonach alle beprobten sechs Gewässer im Saarland mit antibiotikaresistenten Bakterien belastet sind, drängen die Saar-Grünen auf die Erstellung eines Bedarfsatlasses, der das landesweite Ausmaß der Gewässerbelastung mit antibiotikaresistenten Bakterien abbildet. Umweltminister Jost müsse nun für Aufklärung und Transparenz sorgen, nachdem er offenbar bislang völlig untätig geblieben sei. Grünen-Landeschef Tressel betont, das Umweltministerium müsse auch prüfen, ob durch zusätzliche Klärstufen in den Kläranlagen diese Bakterien aus der Umwelt herausgehalten werden könnten. Um das Problem ursächlich in den Griff zu bekommen, müsse der massenhafte Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung drastisch reduziert werden.

“Bakterien kommen überall in der Natur und beim Menschen vor. Meist sind sie harmlos. Alarmierend ist, dass nun antibiotikaresistente Bakterien in saarländischen Gewässern gefunden wurden – und dann sogar noch in Badeseen. Denn Antibiotikaresistenzen sind eine der größten Gesundheitsgefahren und bedrohen zudem die gesamte moderne Medizin”, sagt Markus Tressel MdB, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Das Umweltministerium müsse nun zügig einen landesweiten Bedarfsatlas erarbeiten. Tressel: “Wir benötigen dringend einen Bedarfsatlas, der das landesweite Ausmaß der Gewässerbelastung antibiotikaresistenten Bakterien abbildet. Obwohl das Problem in anderen Regionen Deutschlands bereits bekannt ist, auch Gewässer untersucht werden, haben Umweltminister Jost und Gesundheitsministerin Bachmann offenbar im Saarland bisher gar nichts unternommen, um hier für Transparenz und Aufklärung zu sorgen.”

Zugleich müsse geprüft werden, wie Abhilfe möglich sei. Tressel: “Neue Klärstufen in den saarländischen Kläranlagen, die diese Bakterien aus der Umwelt heraushalten, sind hier eine Option. Umweltminister Jost muss diese Möglichkeit nun zügig prüfen und wenn es nur irgendwie geht auch umsetzen.” Nötig sei auch ein Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter für Tier- und Humanarzneimittel im Grundwasser. “Wir müssen konsequent ausschließen, dass diese Bakterien eine Gefahr für unser Trinkwasser werden können.“

Der Grünen-Politiker erwartet zudem von der Landesregierung, dass sie sich entschlossen gegen den massiven Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung einsetzt. Tressel: “Viele Studien zur Herkunft der Bakterien deuten daraufhin, dass der massenhafte Einsatz der Antibiotika in der Landwirtschaft eine der Hauptursachen ist. Der Antibiotikaeinsatz muss drastisch reduziert werden. Ebenso gilt es, den Einsatz sogenannter Reserveantibiotika in der Tierhaltung zu unterbinden.”

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