Lehrer-Umschulungen: Symptom- statt Ursachenbekämpfung

Tressel: Lehrkräfteausbildung nach dem Vorbild Berlins forcieren

Die Saar-Grünen haben die geplanten Umschulungspläne von Lehramtsabsolventen mit einer Lehrbefähigung für Gemeinschaftsschulen und Gymnasien zu Grundschullehrkräften als unzureichend kritisiert. Grünen-Landeschef Tressel hat Bildungsminister Commerçon vorgeworfen, lediglich kostengünstige Symptombekämpfung zu betreiben, statt die Lehrkräfteausbildung an der Universität zu forcieren. Während das Land Berlin dafür 28 neue Professuren und 130 weitere wissenschaftliche Stellen einrichte, doktere Bildungsminister Commerçon hierzulande am Lehrermangel herum. Die Leidtragenden seien die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte.

„Nachdem Bildungsminister Commerçon den Lehrermangel langezeit komplett ignoriert, danach trotz eindringlicher Warnrufe von Verbänden, Eltern und Wissenschaftlern immer noch kleingeredet hat, will er nun offenbar mit seinen Umschulungsplänen dem Lehrermangel im Grundschulbereich im Rahmen einer kostengünstigen Symptombekämpfung die Spitze nehmen. Von einer ursächlichen und dauerhaften Lösung des Problems kann hier keine Rede sein. Während das Land Berlin die Lehrkräfteausbildung mit 86 Millionen Euro forciert, 28 neue Professuren und 130 weitere wissenschaftliche Stellen einrichtet, doktert Commerçon lediglich auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Lehrkräfte herum“, sagt Markus Tressel MdB, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Der Grünen-Politiker hat Bildungsminister Commerçon nachdrücklich aufgefordert, für die Aufstockung der Ausbildungszahlen an der Universität und den Studienseminaren Sorge zu tragen. Tressel: „Die Lehrkräfteausbildung muss zügig forciert werden. Wir brauchen neue Professuren und weitere wissenschaftliche Stellen an der Universität. Hier im Saarland müssen insbesondere die Studienplätze für das Lehramt an Grundschulen von derzeit 45 auf 100 erhöht werden.“ Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte litten massiv unter dem Lehrermangel. Dabei gehe es noch nicht einmal um kleinere Klassen, die auch dringend notwendig wären.

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